Medizinschreck

Während die Profimannschaft in Teilen im Trainingslager verweilt, sind die Transfertätigkeiten der Schalker in den Schlagzeilen. Fiel zuerst der auf Schalke nicht mehr benötigte Felipe Santana durch den Medizincheck beim FC Köln, gelang selbiges nun auch dem freigestellten Sidney Sam in Frankfurt.

Inwiefern sich daraus ein Imageschaden (der nächste) für Schalke 04 ergibt, darüber kann man sicherlich trefflich streiten. Im Fall „Santana“ liegt bei Schalke in erster Linie ein finanzieller Schaden, der Imageschaden liegt hauptsächlich beim Spieler. Schalke geht die Ablösesumme durch die Lappen und Schalke muss weiter Gehalt für den Spieler zahlen, den man eigentlich nicht mehr benötigt. Der Spieler allerdings steht natürlich nun als ein Profisportler da, der entweder so unbewusst mit seinem Körper umgeht, dass ihm ein Faserriss entgeht, oder als ein Spieler, der für den Profibereich einfach nicht die nötige Ernsthaftigkeit mitbringt. Schlecht für ihn. Sehr schlecht.

Bei Sam liegt die Sache noch ein bisschen anders. Man weiß nicht genau, was ihm fehlt, ob er selbst was bemerkt hat oder überhaupt bemerken konnte. Es gibt keine (uns bekannte) Diagnose1, keine Ursache, kein Auslöser. Alles Spekulationen. Allerdings ist der Schritt des Vereins, diese spärlichen Informationen zu veröffentlichen, bemerkenswert. Vielleicht wollte man direkt klar stellen, nicht innerhalb weniger Tage einen weiteren offensichtlich verletzten Spieler zum Medizincheck bei einem anderen Verein geschickt zu haben. Vielleicht wollte der Spieler auch nicht als jemand da stehen, der so wenig Profi ist, verletzt zu einer solchen Untersuchung zu erscheinen. Wie gesagt: Er muss ja nicht einmal gewusst haben, was ihm fehlt, dass ihm etwas fehlt.

Vermutlich kann man dem FC Schalke den Vorwurf machen, die Spieler vor den jeweiligen Checks nicht selbst noch mal einer Untersuchung unterzogen zu haben. Ob das bei anderen Vereinen üblich ist? Keine Ahnung. Bei Spielern, die verliehen waren oder suspendiert sind, wäre dies aber vermutlich doppelt ratsam. Ob andere Vereine in diesen Fällen so handeln? Keine Ahnung. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Praxis auf Schalke in Zukunft überdacht wird.

  1. Natürlich ist zu hoffen, dass die Diagnose schnell kommt, nicht sonderlich schlimm ist und Sidney Sam schnellstmögliche Genesung findet.
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3 Comments

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3 Responses to Medizinschreck

  1. Interessant: Bei Sam hat auch Eintracht Frankfurt die sonderbare Erkenntnis der ärztlichen Untersuchung bekannt gegeben. Das machen die Clubs doch nicht ohne mit Sam(s Berater) vorher gesprochen zu haben, oder? Kaum vorstellbar.

    • Phil

      Es spricht wirklich ein bisschen was dafür, dass eine Selbstverschuldung des Spielers von vornherein erstmal ausgeschlossen werden soll, finde ich.

  2. Pingback: #Link11: Sommerflausen | Fokus Fussball

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