Falsch abbiegen

Es gibt einfach so Dinge, die passieren mit Ansage. Zum Beispiel kann man die Uhr danach stellen, dass ich, wenn ich das eine Mal im Jahr mit dem Auto Richtung Arena fahre, mindestens einmal, höchstens aber dreimal falsch abbiege. Gestern war dahingehend ein eher schlechterer Tag. Der Park-Grill ist aber auch jedes Jahr komplizierter zu finden. Ich bin ja sowieso mehr ein Freund des ÖPNV. Zuhause in den Schnellbus nach Bochum, Bier nachladen, in die 302, fertig. Aber bei Sonntagsspielen wird dann die Rückfahrt natürlich anstrengend.

Zurück zu Dingen, die mit Ansage passieren. Irgendwo im Stadion müssen doch Statuten ausliegen, die allen Menschen mit einer Körpergröße von mehr als 2 Metern erst kurz vor Anpfiff den Weg in die Kurve gestatten. Es ist echt ein Kuriosum. Bei jedem Besuch in der Nordkurve schiebt sich kurz vor knapp ein Mensch durch die Reihen, um direkt vor mir stehen zu bleiben, der mich selbst zwei Stufen weiter unten noch überragt. Natürlich ist dies eher ein Grund zum Schmunzeln, denn zum einen kann der ja auch nichts für seine Mutation, zum anderen lässt sich mit ein paar kleinen Schritten zur Seite ja vieles regulieren. Es ist sowieso immer wieder erstaunlich, wie sehr mein nervöses Gewippe und der ständige Durchgangsbierverkehr mich im Laufe des Spiels von meinem Ausgangspunkt entfernen. Aber das ist ein anderes Thema.

Aber es passieren aktuell auf Schalke auch Dinge, mit denen so nicht unbedingt zu rechnen war. Chinedu Obasi beispielsweise, ist sicher von nicht wenigen der 60.000 Schalker im Stadion gestern schon vor Ewigkeiten abgeschrieben worden. Dennoch ist er innerhalb der ersten Rückrundenspiele langsam auf Temperatur gekommen und konnte gestern eine über weite Strecken ansprechende Leistung zeigen. Ab und an hat der den Ball vielleicht einen Tick zu lange gehalten, oft hat er aber auch mit einem blitzschnellen Abspiel für gute Offensivsituationen gesorgt.

Auch die Verteidigung. Wer hätte ein aus Santana und Matip bestehendes Abwehrzentrum so abgeklärt erwartet? Die Leichtigkeit, mit der man sich spielerisch aus brenzligen Situationen befreien konnte, war schon bemerkenswert. Nur selten verlor man mal die Überhand, wobei zur Not dann auch noch ein heranfliegender Kolasinac zur Stelle war. Und Uchida? Ich bin ja bekanntermaßen seit jeher Fan, insbesondere von seinem Zusammenspiel mit Farfán, aber dass ich mal im Stadion zwischen Leuten stehen würde, die ihn als wichtigen Teil der Mannschaft wahrnehmen, daran hätte ich auch nicht mehr geglaubt. Und gerade dann droht ihm ein längerer Ausfall.

Nein. Vieles, was in den ersten Wochen der Rückrunde passiert ist, war so nicht zu erwarten. Optimisten, mich natürlich eingeschlossen, hatten wohl vorsichtig mit sieben Punkten gerechnet. Nun sind es Neun geworden. Das alles ist natürlich kein Grund, sich jetzt sicher zu fühlen. Auch für Schalke wird es wieder Rückschläge geben. Genauso, wie ich wieder falsch abbiegen werde, wenn ich das nächste Mal selbst fahren muss.

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