Ich: Baff.

Irgendwie ist das ja hier bestimmt schon mal durchgeklungen: Seit kurzer Zeit spiele ich in der firmeninternen Fußballmannschaft mit. Naja, mitspielen ist zu viel gesagt, da ich meist verletzt (man ist ja auch nicht mehr der Jüngste…) pausiere, aber ich bin halt auch ohne zu spielen dabei. Nun muss man wissen, dass  die Mannschaft auch erst seit kurzer Zeit existiert. Im letzten Jahr haben wir auf Grund geringer Spielerzahl nur an einer Kleinfeld-Runde teilgenommen, so dass die aktuelle Saison unsere erste auf einem normalen Fußballfeld ist.

Die Ligaspiele finden im Grunde meist Samstag vormittags statt, was höchstens mal mit einem dicken Kopf, nie aber mit der Bundesliga kollidiert. Zu Saisonbeginn steht allerdings auch ein Pokalspiel an (wenn man gut war, können mehr folgen), welches für uns unter der Woche abends auf dem Spielplan stand. Unglücklich, wenn sich die Mannschaft aus einer Firma mit Schichtbetrieb rekrutiert. Noch unglücklicher, wenn die Teammitglieder ungleichmäßig auf Früh- und Spätschicht verteilt sind. So kam es, wie es kommen musste: Zur ersten Pokalrunde trat meine Mannschaft mit nur 7 oder 8 Feldspielern an.

Keine guten Voraussetzungen, wenn man auch noch gegen das Bayern München der nächst höheren Liga antreten muss. So war wohl nicht nur uns Neulingen, sondern auch dem Gegner noch vor Anstoß klar, welche Art Spiel das werden würde. Ob unsere Maßgabe jetzt “nicht zweistellig” oder “bloß keine Zwanzig” gewesen ist, kann ich gar nicht mehr sagen. Laut Spielberichtsbogen, den ich nachher beim Schiedsrichter unterschrieben hab’, schafften wir beides nicht.

Nicht schlimm.

Mit den paar Feldspielern hatten wir kaum die Möglichkeit, samt Ball die eigene Hälfte zu verlassen. Zudem wäre es wohl schwer gewesen, an deren letztem Mann vorbeizukommen, obwohl der sich, auf Höhe der Mittellinie stehend, fast die kompletten 90 Minuten lieber mit lautstarken Bierbestellungen (Höhö!) aufhielt, und vom letzten Wochenenende erzählte. Aber auch offensiv waren die stark. Während noch besprochen wurde, wer denn nun wie oft in unser Tor getroffen hatte, wanderte der Ball durch die Reihen, um dann bei einem Spieler zu landen, der vielleicht erst eine Bude verzeichnen konnte. Voll fair.

Das ewige Reklamieren und Schiedsrichterbelagern empfand’ ich aber ab dem Stand von 9:0 als ein kleines bisschen übertrieben. Allerdings konnte sich der schon mit Gelb vorbelastete Stürmer so beim Spielleiter die Bestätigung für das holen, was ihm seine Teamkollegen und sein Trainer schon über den Platz brüllend bescheinigt hatten: Trikot ausziehen nach dem Torerfolg gibt Gelb. Überraschend.

Überraschend auch Folgendes: Der Typ schnappt sich den Ball, dribbelt sich vor unser Tor, trifft, zieht sein Trikot aus und schmeißt es daher. Er: Gelb/Rot. Ich: Baff.

Vielleicht, weil ich neu bin in dieser Welt. Hätte ich bei denen an der Linie gestanden, ich hätte mich in Grund und Boden geschämt. Auf meiner Seite war ich schon ein bisschen stolz. Niemand hat sich trotz Debakel zu irgendetwas Dummen hinreißen lassen, oder sonst irgendeinen Mist gebaut. Keiner hat den schlechten Verlierer raushängen lassen, obwohl Frust als Erklärung ja eigentlich immer ganz gut her hält. Sicher besser als anderes.

Und morgen kommt der BVB nach Gelsenkirchen.

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3 Comments

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3 Responses to Ich: Baff.

  1. Tim

    Witzige Geschichte. War ich dabei? ;-)

  2. Netter Artikel und tapfer die letzten Fußballhelde, aber wieso so das vor dem Derby Post es ist mir schleierhaft?
    – wegen der gelb-roten Karte
    – als Warnung für die Dortmunder
    – wegen der vielen Gegentore
    oder egal wie viele Tore wir kriegen wir sollen nicht ausrasten? Fragen über Fragen.
    Liest J. Jones deinen Blog?
    Gutes Derby :-) .

  3. Noch schlimmer als schlechte Verlierer sind schlechte Gewinner. Das sind die Zecken ja nun mal, siehe letzten Mittwoch, siehe Spiel in Fürth.

    Vielleicht sollte es auch in diese Richtung gehen…

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