Zwischen Sicherung des Erreichten und geheimen Titelträumen

Es war der Aufreger vor der Winterpause. Dem Hünter gehen die Nerven durch, Wolfgang Stark auch und Jermaine Jones bestätigt sein Image gleich doppelt. Mittendrin die Karikatur eines Stadionsprechers. Dann gingen auch die Pferde mit Papadopoulos durch. Die Wände und Türen der Katakomben des Borussiaparks zittern noch immer wie Espenlaub, bei der Erinnerung an die Minuten nach dem Spiel, erzählt man sich.

Die Rollenverteilung war nach dem Spiel klar: Der Medienliebling dieser Saison zog verdient gegen rüpelhafte Schalker in die nächste Pokalrunde ein. Kann man nichts gegen sagen, stimmte in dem Moment wohl auch so, in fast allen Belangen. Was nicht ins Bild passte, wurde ausgeblendet.

Nur gut, dass sich Gladbach unmittelbar vor’m neuerlichen Aufeinandertreffen vom Saubermann-Image verabschiedet hat. Ganz Fußballdeutschland hat gesehen, wie sich Gladbach nach einem Grottenkick durch einen glasklaren Betrug in die nächste Runde schummelte. Das ist aus meiner Sicht sogar direkt in mehreren Belangen ein großer Vorteil. Zum einen wird de Camargo es in Zukunft, und da auch mal das Spiel am Samstag zu, sehr schwer haben, in engen Szenen einen Pfiff zu seinen Gunsten zu bekommen. Wie schwer es mit einem gewissen Ruf werden kann, kennt man ja bereits von anderen Tieffliegern.

Weiter ist es natürlich nur in meinem Sinne, neben Fürth noch zwei absolute Hochkaräter im Halbfinale des DFB-Pokals wieder zu finden. Irgendwer wird es ja hoffentlich schaffen, einen schwarzgelben Triumph in Berlin zu verhindern. Und wenn der Buyo es richten muss. So sind zumindest aber die Chancen durchaus real.

Kommen wir zum Spiel. Die drei Verfolger Leverkusen, Bremen und Hannover dürften wohl in freudiger Erwartung sein, werden sich die eigentlich schon längst einteilten am Wochenende vielleicht gegenseitig, zumindest einseitig, Schaden zufügen. Zumindest der Qualifikationsplatz für die Champions League könnte so wieder in Sichtweite geraten. Schalke und Gladbach müssen natürlich dagegenhalten, und je nach Ambition vielleicht gar den Blick nach oben richten. Irgendwo zwischen Sicherung des Erreichten und geheimen Titelträumen können wir also auf ein packendes Spiel hoffen, in dem die Gladbacher mit 120 Minuten Pokaltortur in den Knochen auf 11 Schalker treffen, die einiges wieder gut zu machen haben. Und das in einem Abendspiel, die Vorfreude steigt.

Einwurf: Gerade hab’ ich bei Matthias gesehen, dass Jermaine gar nicht doppelt ausgeflippt ist. Der Platzverweis fußte in einer üblen Unsportlichkeit von: Na? Natürlich Igor de Camargo!

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3 Comments

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3 Responses to Zwischen Sicherung des Erreichten und geheimen Titelträumen

  1. Der Don

    Ich erinnere mich hier noch an deinen Blog und die dortigen Kommentare nach dem DFB-Pokal Aus von Schalke und dem Verhalten von Jones. Ich hoffe jetzt wird mit de Camargo nicht die nächste “Sau durchs Dorf getrieben”… ;)

    • Phil

      Naja, von einer Kampagne, wie halb Gladbach sie im Fall Jones durchgezogen hat, ist dieser Text wohl noch ein Stück weit entfernt.

  2. Verdient hätten es aber sowohl Gladbach, als auch de Camargo, bei der Show, die sie im Dezember abgezogen haben…

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