Gegnerstudium? Auf den letzten Drücker!

Ein Heimspiel sollte eigentlich gewonnen werden, so viel steht fest. Geht es gegen ein Team aus den unteren Tabellenregionen, gilt das umso mehr. Der Punktverlust gegen die Mainzer kann also im Grunde nicht zufriedenstellend sein, jedoch birgt das Spiel vom Samstag einige positive Erkenntnisse.

Fangen wir jedoch erstmal mit dem Negativen ein: Wieder ist die Mannschaft in Rückstand geraten, und was soll ich sagen? So langsam nervt es dann doch, immer hinterher zu hecheln. Man hat zwar irgendwie immer das Vertrauen, (da wo früher höchstens die Hoffnung war,) dass noch mindestens ein Tor erzielt wird, aber irgendwann kommt eben der Gegner, gegen den man nicht nur knapp ins Hintertreffen gerät, sondern nach einer desolaten ersten Hälfte mit 3 oder 4 Buden hinten liegt. Insgesamt könnte man so ein bisschen das Gefühl haben, der Trainer nutzt die Woche vor den Spielen zwar zum Training, den Gegner studiert er allerdings erst im tatsächlichen Spiel, denn seltsamerweise ist die Mannschaft in den zweiten 45 Minuten immer sehr viel besser auf- und eingestellt. Das ergibt ja auch Sinn, denn wann kann man den Gegner besser begutachten, als gegen die eigene Mannschaft?

Kommen wir also zu den positiven Erscheinungen, die zwangsläufig der zweiten Hälfte entspringen. Nehmen wir beispielsweise Obasi: Machte er in seinen ersten beiden Partien über die rechte Seite als Farfán-Ersatz einen guten Eindruck, war er gestern zwar immer bemüht, allerdings oft unglücklich. In der Pause musste er dann eben für Farfán auf die andere Seite weichen, und unterstrich prompt die Flexibilität, die ihm der Trainer in der Pressekonferenz vor dem Spiel noch bescheinigt hatte, mit einem sehenswerten Treffer. Dass ein fitter Jefferson Farfán ebenso als positiv zu für das Schalker Offensivspiel zu werten ist, muss eigentlich kaum noch gesagt werden. Ein oft beschriebenes “entweder Farfán/oder Obasi-Szenario” ist seit gestern auf jeden Fall auch in eine andere Richtung denkbar.

Bleibt das Rätsel Jurado. Von der Bank kommend, hat er es nun zweimal hintereinander geschafft, dem Spiel zumindest ein Stempelchen aufzudrücken. Beide Male passierte dies nach einem Rückstand, was ich zusätzlich bemerkenswert finde. Die Frage ist nur: Wann schafft er das endlich über eine komplette Spieldauer? Denn wenn das klappt, könnte Schalke vielleicht auch mal in der ersten Hälfte einen aufgeweckten Fußball spielen.

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6 Comments

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6 Responses to Gegnerstudium? Auf den letzten Drücker!

  1. Zu Jurado: dafür müsste Huub ihn aber auch mal (wieder?) von Anfang an aufstellen…

    • Phil

      Stimmt. Die Frage wäre dann eher: Wann traut Huub es ihm zu, über 90 Minuten ein gutes Spiel zu machen.

  2. Der Blogeintrag gefällt mir und trifft die Sache ziemlich gut.
    Wenn Interesse besteht darf mein Blog und der passende Eintrag dazu auch gelesen werden.
    http://jonesblogging.blogspot.com/2012/02/trotz-ruckkehr-kein-sieg.html

    Glück Auf!
    Jones

  3. Pingback: Das Buch der hohen Regiekünste des Fußballs | meinzu | laufend blau weiß

  4. Pingback: Steile These (52) | Turnhallengeruch

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