Auf die schnelle Tour

Von einem Duell “Lehrer gegen Schüler” wird ja sowieso immer gesprochen, wenn Rangnick auf Tuchel trifft. Dass der Lehrer dieses Duell noch nie gewann, bietet zusätzliche Brisanz. Beide Trainer sind sich in ihren Ideen vom Spiel sehr nahe, davon darf man getrost ausgehen. Auch die Vorbereitung eines Spieles dürfte sich sicher nur in wenigen Punkten unterscheiden, sagt man Ralf Rangnick doch eine gewisse Professorenhaftigkeit nach, und Tuchel diese Matchplan-Sache. Beides deutet für mich darauf hin, dass sie mit einem exakt ausgearbeiteten Plan für alle Eventualitäten gewappnet an eine Aufgabe herantreten.

Seltsam, denn so sah das am Sonntag mal so gar nicht aus. Während Thomas Tuchel seinen Matchplan offensichtlich nur so halb fertigstellen konnte, vermutlich weil er bis tief in die Nacht mit der Taschenlampe unter der Bettdecke Fix & Foxi gelesen hat, war der zerstreute Professor Rangnick wohl auf Grund der Helsinki-Strapazen überhaupt nicht dazu gekommen, einen Schlachtplan anzufertigen. So richtig gemerkt hatte er das aber erst um 15:30 Uhr. Aber die Mannschaft hat ja was gut zu machen, vielleicht geht’s auch ohne! Ging’s nicht, wie sich wenige Minuten später herausstellte.

Nun ist der Mittfünfziger Rangnick aber schon sowas wie ein alter Hase im Geschäft. Ein Arbeitszimmer braucht der gar nicht. Ein paar Blicke auf’s Spielfeld, ein paar Zettel, zwei oder drei bunte Stifte, das Lexikon der Schalker Kadermitglieder und einen Sitz auf der Trainerbank reichen dem völlig aus, um auf die schnelle Tour einen Plan für 45 Minuten aus dem Boden zu stampfen.

Bleiben ein paar Fragen:

  • Was, außer den Namen Farfán und Draxler stand auf dem Plan? Mehr Laufen? Schneller Laufen?
  • Wieso sonst sorgt die Einwechselung zweier neuer Flügelspieler dafür, dass die acht Anderen auch das Laufen anfangen?
  • Was haben die dem Jurado eigentlich in die Sangria getan? Schlaftabletten?
  • Wieso zum Teufel gibt der Fuchs nach seinem Tor nicht mal ansatzweise solche Handzeichen, wie andere Bundesligaspieler? Und wenn es nur der “Gerald Asamoah/Peter Løvenkrands-Gruß” ans Publikum ist…
  • Und was hatte der Knabe Draxler vor, als er diesen üblen Anschlag auf den Hünter verübte? Mal ehrlich, des Hünters ausbleibende Freude führte zu allgemeiner Verstörung und unheimlich gehemmtem Jubel. Bitte in Zukunft unterlassen!
Mehr ist eigentlich gerade nicht. Und wenn der Herr Rangnick sich dann doch heute Abend mal in sein Arbeitszimmer zurückziehen könnte, um einen Plan für Donnerstag auszuhecken, ich wäre sehr erfreut.
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6 Comments

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6 Responses to Auf die schnelle Tour

  1. Wie immer klasse! :-) Und ja, gegen nen ordentlich Plan für Donnerstag hätte ich auch nix! ;-)

  2. eisenschleuder

    dein wort in gottes ohr. 2:0 aufholen können sie ja offenbar.

  3. Jürgen

    Der Plan lautet: Flach spielen, hoch gewinnen. Das sollte gegen eine (bei allem Respekt) drittklassige Mannschaft aus Helsinki als Marschroute ausreichen! :)

  4. Phil

    @Jürgen: Das klingt unspektakulär, aber wenn’s funktioniert: Machen! :-)

  5. Was der Jurado so trinkt würde ich wirklich gerne wissen. Der ist aber m.M.n auf dem Flügel total Fehl am Platz. Mit defensiv aufgaben hat er nichts zu tun und will es anscheinend auch nicht.

  6. Dann hat er aber auch in der BuLi nix zu suchen…

    …selbst die Koryphäen von Barça arbeiten nach hinten, und zwar alle! Da kann man das von nem eingentlich noch No-Name wie Jurado ja wohl auch erwarten, oder?

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