Peinliche SMS

Ich bin ein Kind der Stadt, der Kleinstadt. Hier wird jedes noch so kleine Sommerfest mitgenommen, und wir haben mindestens 13 davon. Dazu noch Trödelmarkt, Weihnachtsmarkt, Wochenmarkt. Dann kommen noch ein paar größere Geschichten, wie das Brauereifest, das Altstadtfest und natürlich das große Heimatfest samt Kirmes und umjubeltem Festzug.

Überall geht man mit den Leuten hin, mit denen man sowieso jede Woche in der Kneipe sitzt und Fußball guckt, mit denen man gerne Bier oder auch mal was anderes (Wasser oder Saft) trinkt, oder mit denen man einfach am Rad dreht. Und man trifft haufenweise Leute, die man nicht so häufig sieht. Bei vielen von denen gibt es gute Gründe dafür. Ihr versteht was ich meine.

Das führt zu unangenehmen Nebenwirkungen. Steht eines dieser größeren Feste an, weiß man eines vorher ganz genau: Man trifft auch auf Leute, die man lieber nicht sehen will. Die Ex zum Beispiel. Sicher hat sie einen neuen Typen dabei. Bestimmt sieht sie super heiß aus. Natürlich geht es ihr hervorragend. Dass man ihr im Vollsuff schrecklichen Unsinn erzählt, einen jämmerlichen Eindruck hinterlässt und später peinliche SMS schreibt (übrigens nicht nur an sie, die eigenen Freunde werden gleich noch mitbelästigt…), gleicht dem Amen in der Kirche. Es ist unausweichlich.

Und weil das alles so unangenehm ist, war ich wirklich ein bisschen erleichtert als mir am Samstag mitgeteilt wurde, dass ich am 18. September bis mindestens 19 Uhr unterwegs sein werde.  Während sich auf Schalke die beiden Parteien einer unschönen Trennung gegenüberstehen, werde ich, durch eine Kegeltour an meine körperlichen Grenzen gebracht, vielleicht den ein oder anderen Blick auf mein Handy wagen. Vom Theater in der Arena werde ich nichts mitbekommen, und das ist auch gut so. Wir werden sicherlich die Partei mit dem jämmerlichen Eindruck sein. Dem Ex geht es dann sicher schon hervorragend. Besonders bitter, denn vorzuwerfen haben wir uns nichts…

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2 Comments

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2 Responses to Peinliche SMS

  1. MAGsein

    Gestern, bei dem seltsamen Cup im Spiel um den letzten Platz, kurz vorm Elfmeterschießen, da scherzte und lachte und redete sie unentwegt, die Ex, mit ihren Neuen, wirkte total aufgedreht, so typisch Ex halt, die, beobachtet, überbetont, WIE gut es ihr jetzt geht… Das tat noch ein bisschen weh, aber wird schon werden…

  2. Pingback: Gut Holz! | Turnhallengeruch

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