Das ist ja das Schöne…

Ja, ich hab’ daneben gelegen. Ja, Torsten lag mit seinem Gefühl sehr richtig. Magath verzichtete auf einen offensiven Ersatz für den verletzten Hünter und lag damit wohl, zumindest in der ersten Hälfte goldrichtig. An die Stelle der zweiten Sturmspitze trat mit Matip ein weiterer Sechser, neben Kluge und Annan der Dritte im Bunde. Auf diesem Weg hatten die beiden Außenverteidiger, die ja in der Regel ihre Probleme mit schnellen Außenstürmern haben, ihre persönlichen Unterstützer.

In der ersten Halbzeit hat das Ganze auch wirklich sehr gut funktioniert. Man hat die Bayern mehr oder weniger in Strafraumnähe kommen lassen und dann mit allen, im Rahmen des Regelbuchs erlaubten Mitteln attackiert. Gerade Uchida und Ribery sind auf diesem Wege ein oder zwei Mal etwas heftiger aneinander geraten. Aber wie gesagt: Im Rahmen des Erlaubten.
Mit einer solchen taktischen Ausrichtung kommt man natürlich nicht zu einer großen Auswahl an Chancen. Seitdem Schalke aber auch die komplette Gefahr bei Standardsituationen durch den Abgang von Ivan Rakitic einigen Kopfballungeheuern eingebüßt hat, ist eine solche Taktik als wenig vielversprechend anzusehen, in einem Pokalspiel, wohlgemerkt. Es sei denn, man will sich über 120 Minuten ins Elfmeterschießen retten. Vielleicht wäre das sogar der tollkühne Plan gewesen, hätten die Standards von Jefferson Farfan nicht zur Abwechslung mal annehmbar ausgesehen. Farfán, Höwedes, Raúl, 1:0. Weiter verteidigen.
In der zweiten Hälfte sah die Schalker Hintermannschaft leider eher nach Hühnerhaufen aus. Ein wenig zumindest. Geschuldet war das dem Druck, den die Münchener Offensive nun zu entfachen versuchte, was ohne zählbare Ergebnisse blieb. Im Grunde kann man es als Glück bezeichnen, dass weder Robben, noch Ribery oder Thomas Müller einen entscheidenden Geistesblitz anbringen konnten. Die Schüsse, die Manuel Neuer “entschärfen” musste, waren größtenteils vom Absender gar nicht richtig scharf gemacht.
Und so steht am Ende ein verdienter Sieg in München zu Buche. Ein denkbar knapper Sieg, natürlich. In der zweiten Halbzeit ein Zittersieg, zumindest meinem Empfinden nach. Spaß gemacht hat das Ganze wirklich nur in der Sekunde des Treffers und mit dem Abpfiff. Aber er hält an, der Spaß. Das ist ja das Schöne…
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3 Comments

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3 Responses to Das ist ja das Schöne…

  1. Tobias Weckenbrock

    >Sorry, deine Einschätzung im letzten Absatz teile ich mal überhaupt nicht.

    Das Ganze hat mir großen Spaß gemacht, wenngleich ich das Bier, das auf dem Tisch stand, kaum anrühren und das Abendessen nicht essen mochte. Das Spiel lebte von der Spannung, von der Leidenschaft meines Teams, von den Tretereien (Fuß drauf Schweinsteiger, Torwart-Rempler von Robben) und Provokationen (unsinniges Gelb-Rot-Fordern gegen Uchida) der Bayern, von endlich wiedererstarkten Schalker Spielern (Matip, Höwedes, Sarpei) und von einer unglaublich, höchstbeeindruckenden Ausstrahlung von Manuel Neuer.

    Klar war der Abpfiff das schönste. Aber wenn jedes Fußballspiel meiner Mannschaft so wäre wie das gestrige, dann hätte ich sie wieder richtig lieb.

  2. Phil

    >Okay, ich hab ein "mir" vergessen.
    Wenn ich in jeder Sekunde damit rechnen muss, dass ein Ball im Schalker Tor einschlägt und ich deshalb vor Anspannung kaum an meinem Bier nippen kann, dann ist das zwar spannend und Nerven aufreibend. Als spaßig würde ich das aber nicht unbedingt bezeichnen.

  3. Carlito

    >Humor ist, wenn man trotzdem lacht, oder wie heißt es nochmal? ;-)

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