Der Busfahrer und das Bier

Auch wenn wir in den letzten Jahren bei Derbys von den Knappen oftmals mit guten Ergebnissen verwöhnt wurden, gibt es auch dunkle Kapitel im Buch der Geschichte. Sehr Dunkle. Und damit meine ich nicht das Spiel aus der Hinrunde, welches nicht nur völlig zu Recht, sondern eben auch erwartungsgemäß verloren wurde. Nein, das war wirklich nicht dramatisch, vor allem weil ich es nach 2 1/2 Tagen auf Kegeltour Sonntagabend eben gar nicht mehr so richtig aufnehmen konnte. Nicht mal zum Ärgern hat die Substanz noch gereicht.

Ein weitaus dunkleres Kapitel wurde im Mai 2007 geschrieben. Schalke war gerade in Bochum ordentlich ins Straucheln geraten um am vorletzten Spieltag bei der, mal wieder im Mittelfeld dümpelnden, Aktiengesellschaft antreten zu müssen. Das Saisonfinale war ein wahrlich blöder Zeitpunkt für ein solch brisantes Spiel.
Fing der Tag noch mit einer problemlosen Anreise per Bahn und einem beeindruckenden Fanmarsch zur Wellblechhütte an, war der Spaß beim Einlass bereits vorbei. Langsame Ordner, lange Schlangen und ein nie wieder dagewesener Platzregen sorgten für getrübte Stimmung und Nässe bis auf die Unterplinte.
Unangenehm, ebenso wie die Mannschaft aus der verbotenen Stadt an diesem Tag. Wobei deren Leistung ja zu 100 % von den Knappen gefördert wurde. Das Ergebnis ist bekannt, nehm’ ich mal an.
Ein gruseliger Tag, dessen negativer Höhepunkt wohl die Rückfahrt gewesen ist. Aus irgendwelchen Gründen mussten wir über Bochum zurückfahren, was uns nicht nur mit Dortmundern, sondern auch mit Stuttgartern und Bochumern, welche sich tatsächlich über ihre eigene Niederlage freuten, konfrontierte. Sehr unschön. Fand wohl auch der Busfahrer, der ob der feiernden Bochum- und Dortmund-Anhänger ziemlich genervt war.
Unser Kutscher war also ebenfalls ein betrübter Schalker, der im Grunde froh darüber sein müsste, wegen seiner Arbeit dem Desaster nicht beigewohnt zu haben. Trotzdem schenkte ich ihm beim Aussteigen mein letztes Bier, denn ich hätte keinen Spaß mehr daran gehabt…
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3 Comments

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3 Responses to Der Busfahrer und das Bier

  1. Martin

    >Sehr nette Geschichten. Mich würde aber vielmehr mal deine/eure Meinung zu den neuesten Transferaktivitäten eures Zampanos interessieren?! Wie steht ihr Schalker dazu?!

    Bis heute Abend und beste Grüße | Martin

  2. Sebastian

    >Ich war "damals" auch in Dortmund, habe mir, ich gestehe, für 50 Euronen ne Karte vom Schwarzmarkt besorgt die gesperrt war (Ebayangebot oder so), kurz vor oder nach Anpfiff dann doch noch für nen Zehner ne gültige Karte ergattert, inzwischen nass wie beschrieben, rein ins Stadion, Schal unter der Jacke versteckt (es ging in den falschen Block) und saß dann Gegengerade Ecke Südtribüne zwischen den Zecken und musste mir das Elend ansehen…

  3. Phil

    >Ich denke, dass ich meine Karte auch über solche Kanäle hatte, auch der Preis kommt mir bekannt vor. War ebenfalls auf Gegengerade, allerdings Richtung Norden, wenn ich mich recht erinner'. Aber das macht ja kaum einen Unterschied.
    Als Souvenir der Nässe hab' ich mir übrigens damals einen feinen Tinnitus eingefangen, wobei der Arzt sich nicht ganz sicher war, ob der nicht vielleicht doch von der Aufregung kam…

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