Aus Erwartung wird Enttäuschung – Liga Alltag.

In jeder Spielzeit starten 18 Vereine auf’s Neue in die frische Bundesliga Saison. Manche geben Ziele aus, manche nicht. Vielleicht tun sie auch nur nicht öffentlich, aber es ist schwer vorstellbar, dass die nicht ans Licht kommen würden. Die einen Ziele sind konkret, andere weniger. Es ist allerdings nicht ungewöhnlich, wenn sich zwölf Vereine Hoffnungen auf die begehrten Europapokalplätze machen und die restlichen den Abstiegskampf für sich entscheiden wollen. Selbst Leute, die sich mit dem Bundesligageschäft nicht auskennen, werden ahnen, dass die Rechnung am Ende nur für die wenigsten Klubs aufgehen wird. Keine Überraschung.

Sollte man den Verantwortlichen im Klub noch zutrauen, in ihrer Einschätzung ihre Realitätsnähe zu wahren, ist das bei Anhängern der Vereine noch eine Nummer schärfer.
Man kann den Fans ja auch nicht verübeln, Jahr für Jahr die Tabelle weiter erklimmen zu wollen. Es darf halt immer noch ein bisschen mehr sein. Aber wem ist das auch zu verdenken? Schaffte das Team in der vergangenen Saison nur knapp die Qualifikation zum Europapokal nicht, ist sie im nächsten Jahr aber auf jeden Fall Pflicht. Die Mannschaft lernt ja schließlich auch hinzu. Und Geld für neue Spieler wird ja auch meist ausgegeben, was die Erwartungen oftmals zusätzlich antreibt.
Diese Einstellung führt zum Beispiel dazu, dass Bayernfans die Meisterschaft in gleicher Form erwarten, wie Durchschnittsfans den Einzug in die zweite DFB-Pokalrunde. Folglich führt der nächste Schritt dazu, beinahe nur einen Titelgewinn in der Champions League als wahrhaftigen Erfolg zu werten. Oder eben das Double aus den nationalen Wettbewerben. Aber das gilt wohl eher für die bescheideneren Exemplare.
Ich will das hier auch gar nicht verteufeln. Bei anderen Vereinen ist es ja ähnlich. In Folge des Aufstiegs in die erste Liga ist es schon okay, wenn man 2-3 Jahre hinten um den Klassenerhalt kämpft, aber irgendwann soll es doch bitte mal ins gesicherte Mittelfeld, sofern es das überhaupt noch gibt, und danach in Richtung Geldspeicher gehen.
Ich habe mir mal sechs Vereine rausgepickt, die eine mehr oder minder holprige Vergangenheit hinter sich haben. Einer der Vertreter stand mehrere Jahre in der zweiten Spielklasse, zwei sind mal Meister geworden, einer ist Abo-Meister, und zwei wären nur zu gerne mal wieder an der Spitze. 

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Die Grafik stellt jeweils die Positionen am 34. Spieltag der angegebenen Saison dar. Es zeigt sich, dass lediglich der FC Bayern in den letzten zehn Jahren konstant in der Spitze vertreten war. Bei allen anderen Vereinen gab es teilweise extreme Schwankungen. Das ist das Resultat aus vielen Vereinen mit ähnlichen Mitteln, welche sich um wenige reizvolle Plätze streiten. Ein kurzzeitiger Abschied aus den Europapokalplätzen scheint da das Normalste überhaupt zu sein. Ob man sich damit abfindet, oder eben nicht.
Zusätzlich habe ich mir mal den vermeintlichen Spaß gemacht, und jeweils neben die Position den Betrag geschrieben, der laut transfermarkt.de vor der Saison in die Mannschaft investiert wurde. Es handelt sich hierbei natürlich nur um Schätzungen, dazu noch von mir gerundet. Außerdem geht es nur um die Ausgaben, keine Bilanz, keine Einnahmen. Diese Zusammenstellung der Daten ist natürlich reine Spielerei. Aber ein Verein muss auch hier wieder aus dem Rahmen fallen: Natürlich Schalke 04.  Vor dieser Saison hat man über 30 Millionen investiert, und bis dato einen beispiellosen Absturz hingelegt.
Aber noch ist ja Zeit, das Ganze zumindest einigermaßen zu korrigieren… 

Auch wenn sich jedes Jahr viele Vereine um die Plätze an der Sonne streiten, sei noch auf diesen Artikel von Jens hingewiesen, in welchem er zeigt, dass die Bundesliga die geringste Fluktuation bei den Europapokalteilnehmern hat. In den letzten 10 Jahren waren es genau 12. 

Update: Ich hab mal auf die Wünsche in den Kommentaren reagiert, und eine weitere Grafik angefertigt, welche dem Tabellenplatz zum 34. Spieltag die zugehörigen Transferbilanzen zuordnet. Quelle ist wieder Transfermarkt.de, die Zahlen sind gerundet, Rot steht für Ausgaben, Schwarz für Einnahmen, quasi selbsterklärend.

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3 Comments

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3 Responses to Aus Erwartung wird Enttäuschung – Liga Alltag.

  1. Jens

    >Mich würde eine analoge Grafik mit den Transfersummenbilanzen dann aber doch interessieren.

  2. Phil

    >Mit den gleichen Teams? Oder irgendwelche Wünsche? Könnte ich mich die Tage mal ransetzen.

  3. Carlito

    >Die gleichen Teams würden mir schon reichen, ich denke dass wir dann doch wieder gar nicht so aus dem Rahmen fallen diese Saison mit unseren Ausgaben. Wobei der Absturz natürlich trotzdem beispiellos scheint…

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