Vorzeitig. Unglaublich. Verdient.

Ein wunderbarer Abend. Rundum. Mit Bus & Straßenbahn zum Stadion, früher hab’ ich das oft gemacht, immer mit meinen Freunden und ein wenig Dosenbier. Dann sind wir aus Gründen, an die ich mich nicht so genau erinnern kann, auf eine Zugverbindung umgestiegen, und aus Gründen, an die ich mich ganz genau erinnern kann, auf Flaschenbier. Gestern gab es dann also das Revival, also für die Transportmittel, beim Dosenpfand bleib ich eisern. Der StädteSchnellBuss nach Bochum hält nämlich glücklicherweise mehr oder weniger direkt vor meiner Haustür, und eine Tankstelle ist auch nicht weit. Und das alles, wo ich hier doch auf ‘nem Bauernhof, einem ehemaligen natürlich, wohne. (Witze, die auf “Bauer sucht Frau” abzielen, ersparen wir uns an dieser Stelle bitte ausnahmslos.) Also ab zur Tanke, zwei Flaschen Pils gepackt und in den Bus gestiegen.

Wenn man alleine im Bus sitzt, den Balkenschal um den Hals und ‘ne Flasche Bier in der Hand, wird man noch mal ganz anders angesehen, als in einer Gruppe. Verständlicherweise. Egal. Nach einer Stunde dann die Ankunft am Bochumer Hauptbahnhof. Straßenbahn suchen. Mit der bin ich scheinbar auch lange nicht mehr gefahren. Plötzlich startet die unterirdisch. Verrückt. In der Straßenbahn war ich dann nicht mehr der einzige Fußballfan, der wohl von den übrigen Fahrgästen das Prädikat “Asozial” verpasst bekommen hätte. Angenehm. Weniger angenehm: Nach zwei Stationen machte sich schon das Bier bemerkbar. Und gefühlte 30 Stationen lagen noch vor uns. Durchhalten! DURCHHALTEN!!!
Naja, ich habe durchgehalten, irgendwie. Eine Station vor der Arena musste ich dann raus, um irgendwo in Erle eine griechische Frittenschmiede und Kevin zu finden, der mir freundlicherweise eine Karte für den Champions League Kracher besorgen konnte. Am Stadion gab es dann noch ein kleines Twittertreffen. Sehr nett.
Zeitsprung, Nordkurve: Durch den letzten Spieltag hatte die Gruppe einen eher unnötigen, vorallem unerwarteten Drive bekommen. Durch Benficas Sieg gegen Lyon kehrte in der Gruppenspitze eine unnötige Enge ein. Der Einzug ins Achtelfinale schien so unglaublich erschwert, vier Punkte in den letzten beiden Spielen absolute Pflicht.
Genau diesen Sachverhalt hatte Felix Magath seinen Jungs wohl eindringlichst nahe gebracht. Die Schalker legten los, wie verrückt. Eine unfassbare Chancenhäufung hätte ich mir in den ersten Minuten notiert, wenn ich mir während des Spiels Notizen machen würde. Folgerichtig, denn wir haben ja keine Blinden in der ersten Reihe spielen, fielen auch recht schnell die Tore zum 2:0 Halbzeitstand.
Auch in Israel gingen wohl Zauberdinge vor, so verkündete Kevin beinahe zeitgleich mit der 2:0 Führung für Schalke die Führung von Tel Aviv. Kann das denn wahr sein? Abwarten. Es war ja immerhin noch mehr als eine Halbzeit zu absolvieren. Aber so, wie Schalke im restlichen Spiel niemals wirklich Gefahr lief, das Ding aus der Hand zu geben, schaffte Hapoel Tel Aviv den ersten Champions League Dreier in dieser Saison. Gratulation, und vorallem: Danke! Denn dieser Erfolg macht den vorzeitigen Einzug der Schalker ins Achtelfinale erst möglich. Den Schalker Sieg gegen Lyon gilt es natürlich trotzdem nicht zu unterschätzen.
Aber unter diesen Umständen können wir Schalker mit dem Ergebnis aus Tel Aviv wohl doch sehr gut leben…
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3 Comments

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3 Responses to Vorzeitig. Unglaublich. Verdient.

  1. Carlito

    >"Ein wunderbarer Abend. Rundum."

    Dem schließe ich mich mal in Gänze an! Ein schönes Geburtstagsgeschenk, was die Jungs mir da gemacht haben, auch wenn sie davon sicherlich nix wussten… *ggg*

  2. Phil

    >Ja, dann mal nachträglich alle Gute! Schön, wenn jemand hier so fleißig kommentiert. Danke!

  3. Carlito

    >Danke!!!

    Und schön ist es auch, wenn hier jemand so hochqualifiziert bloggt… ;-)

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