Nach 18 kommt oft 19.

Während Schalke mit einer Rumpfmannschaft Testspiele bestreitet, der Boulevard sich auf den Klub und seine Skandälchen stürzt, Felix Magath sich im RedBull eigenen TV-Sender und dessen Fußball-Runde rechtfertig und die Nationalmannschaft sich auf das Topspiel ihrer Qualifikationsgruppe vorbereitet, habe ich Anderes im Kopf:

In meinem Freundeskreis hat sich vor einigen Jahren mal die Tradition einer Kneipentour entwickelt. Ursprünglich geplant um einen guten Freund vor einer langen Schifffahrt  (zu der es leider niemals kam) zu verabschieden, gründeten wir später ein Tippspiel auf einer bekannten Onlineplattform und lobten für den Sieger die Einladung zu eben einer solchen Tour aus. Wahrlich ein herrliches Geschenk. Leider bin ich selbst nach mehreren Runde (Saison, EM, WM) noch immer nicht zu der Ehre gekommen, das Spiel zu gewinnen. Aber wer regelmäßig hier mitliest, weiß ja, dass ich keine Ahnung von Fußball hab.
Worauf ich hier hinaus will? Wusste ich bis gerade selbst nicht. Aber jetzt: Falls ihr sowas bei euch noch nie gemacht habt, also nicht Tippspiel sondern eine Kneipentour: Das müsst ihr ausprobieren. Hier in Schwelm ist das ganz einfach, wir sind ja schließlich die flächenkleinste Stadt in Nordrhein-Westfalen, mit anderen Worten: Die Stadt des guten Bieres der kurzen Wege. So ist es völlig unproblematisch eine schöne Runde zu laufen und dabei in jede Kneipe auf ein Bier (und vielleicht noch einen kleinen Schnaps) reinzuschauen. Ganz wichtig ist dabei, dass es wirklich nur ein Bier ist, denn man will ja weiter, und dass wirklich jede Gelegenheit mitgenommen wird. Da erlebt man Geschichten, das ist echt unfassbar lustig. Hier mal ein paar Episoden, die meine Jungs und ich in den letzten Jahren erlebt haben:
  • in eine Wasserpfeifenbar sind wir erst widerwillig eingetreten, dann haben wir das Schild “Bier vom Fass – 1€” entdeckt. Yeah. Wie das Bier vom Fass dann gezapft wurde, war allerdings “gewöhnungsbedürftig”: Direkt aus der Flasche. Wäre ja vielleicht noch irgendwo in Ordnung gewesen, hätte es nicht auch noch für jeden eine andere Sorte gegeben.
  • komische Wohngegend, Stadtmitte, riesiger Wohnblock (für unsere Verhältnisse), eine kleine Kneipe, die schon von außen eher wie ein Spielhalle aussieht. Aber da müssen wir durch, gehört ja zu den Regeln. Nichts auslassen! Daher gibt es ja auch immer ein feines Döschen Paderborner an der Tankstelle. Zurück zur Spelunke. In keinem Laden bisher hatte man stärker das Gefühl zu stören. An der Theke haben vielleicht zwei Leute gesessen, der Gemütlichkeit wegen ohne Schuhe. Fast erschrocken wurde auf die sich öffnende Tür reagiert. Aber der Knaller sollte noch folgen. Auf unsere Bestellung “13 Bier!” wurde erwidert: “Da muss ich aber erstmal gucken, ob ich so viele Gläser hab!”
  • Auf die Ansage, dass sein Bier irgendwie seltsam schmecke, hat der Wirt einer griechisch angehauchten Kneipen/Restaurant-Verschmelzung nur zu sagen, dass er das selbst wisse, schon oft gehört habe und die Biersorte wohl mal wechseln müsse. Weil wir alle hochgradig angewidert sind, gibt er einen Ouzo aus. Es wird nicht besser.

 

Das war jetzt nur ein kleiner Auszug, vieles vergisst man ja auch wieder, was wohl in der Natur der Sache begründet liegt. Auf jeden Fall solltet ihr das mal ausprobieren. Man betrachtet seine Stadt so ganz anders. Es ist nicht mehr “Wo gehen wir hin?” sondern “Wo gehen wir lang, damit wir möglichst viele Checkpoints bekommen?”,  was oft einen großen Spaß bereithalten kann. Sonst würden wir das ja auch nicht immer wieder machen. Man geht Wege, die man normalerweise nicht geht und betritt Kneipen, die man entweder gar nicht kannte, oder immer für fragwürdig hielt. Viele bleiben das später auch noch, aber das ist egal. Wir sind auf jeden Fall morgen wieder dran, allerdings durch das Länderspiel begründet in einer abgespeckten Variante, denn das kann man nur in der tollsten aller Fußballkneipen gucken. Im Schalker Eck.
Der Kneipenrekord muss übrigens irgendwo bei 18 liegen, wobei die ganz harten Kerle nach längerem Aufenthalt in der 18 auch noch immer eine 19 gefunden haben…

 

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1 Comment

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One Response to Nach 18 kommt oft 19.

  1. Der Don

    >Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mit dem letzten Absatz angesprochen werden sollte…;)

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