Nach der Serie – Vor der Weltmeisterschaft

Gestern habe ich hier den letzten Teil meiner Vorstellungsrunde veröffentlicht, ein Indikator dafür, dass es bald losgehen muss. Naja, ein kleiner zumindest.

Freitag um 14 Uhr ist endlich der Anpfiff. Was es nicht alles für ein Theater gegeben hat, im Vorfeld. Unglaublich, aber in Deutschland ist man scheinbar immernoch so begeistert von der eigenen WM, dass sich eine verheerende Arroganz gegenüber anderen Ländern aufgebaut hat. Sobald etwas mal schleppend läuft (Beispiel sind die Stadien in Südafrika, wie auch die für die EM in Polen und der Ukraine), verfallen deutsche Medien in Panik und forcieren die Austragung im eigenen Land. Das ist schlichtweg zum Kotzen widerlich und lässt jeden Respekt vor anderen Kulturen vermissen. Freunde zu Gast haben ist toll, bei Anderen ist man hingegen nicht so gerne der Gast. Schade.
Fairerweise muss ich an dieser Stelle zugestehen, dass zur Generalprobe, dem Confederations-Cup, wirklich nicht alle Stadien wie geplant fertiggestellt waren. Allerdings zeigt diese Episode nur, dass man vor Ort trotz Schwierigkeiten ein Großereignis durchziehen kann. Nehmt das, Kritiker!
Ein weiterer Brandherd im Vorfeld war die vermeintlich mangelhafte Sicherheit am Kap. Das es bei dem Thema besonders leicht ist, sich mit populistischen Äußerungen zu profilieren zeigt Uli Hoeneß. Als Anlass für seine wiederholte Kritik nimmt er den Anschlag auf die togolesichen Nationalmannschaft im Umfeld der Afrikacups.

“Ich war nie ein großer Freund von einer WM in Südafrika oder überhaupt in Afrika [...]“

In diesem Interview schert Uli Hoeneß mal eben den gesamten Kontinent über einen Kamm. Herrlich. Da könnte ich ja direkt behaupten, dass die Führungsetage des FC Bayern und die der Münchener Löwen in etwa gleich gute Arbeit leisten. Die kommen ja schließlich alle irgendwie aus München. Das leuchtet ein. Ob ihm dieser Vergleich schmecken würde? Vermutlich nicht so. Sollte es nun wirklich zu einem Zwischenfall kommen, kann er sich natürlich als großer Prophet und Mahner aufspielen, passiert nichts, wird ihn niemand danach fragen.
Weitere nervige Diskussionsthemen vor dem eigentlichen Turnier waren die Vuvuzelas, kindisches Geplärre gegen den Jabulani, und Theater um das deutsche Quartier. Die einen wussten, dass es “schwarz” gebaut wurde und Sicherheitsmängel aufweist, anderen passte einfach die Aufmachung nicht.
Ja, es wird viel geschrieben und gesagt. Irgendwie muss die Spannung ja auch aufgebaut werden. Dass es oft negative Nachrichten sind, ist dabei unerfreulich.
Auch die Ausfälle vieler Stars müssen für den Verlauf und die Spielkultur der Endrunde keineswegs schlecht sein. So werden wir, bis auf wenige Ausnahmen hoffentlich einen Wettbewerb der Mannschaften sehen und kein Schaulaufen der Superstars. Cristiano Ronaldo und sein Ego würden sicher allein für mehrere Turniere ausreichen.

Nun sind also nur noch 4 Tage und ein paar Minuten bis zum ersten Pfiff. Möge das bessere deutsche TEAM gewinnen!

PS. Bei einer Sache bin ich mir sicher: Der Ballstreit wird sich durch die kompletten vier Wochen ziehen…

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1 Comment

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One Response to Nach der Serie – Vor der Weltmeisterschaft

  1. Denis

    >Mal schauen, was bei der EM 2016 in Frankreich alles so schief läuft…;)

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