Bisse Asi, bisse König!

Zum modernen Verreisen mit dem Auto gehört es ein Navigationgerät an Bord zu haben. Wie manche damit umgehen, ist eine Geschichte, die so sicher nicht gedacht war. Unsere Tour ist nicht sehr lang (von Schwelm nach Renesse sind es so ungefähr 320 km) und der Weg ist eigentlich seit Jahren bekannt. Aber man hat so ein Ding, also benutzt man es auch. Dumm nur, dass die nette Dame eine andere Route als die gewohnte vorschlägt. So wird jede Ansage stur ignoriert, bis die Ansagerin einlenkt, weil von hier nur noch die gewohnte Route möglich ist. Ha! Gewonnen! Männer können halt navigieren…

Da soll es ein paar Frauen einst anders ergangen sein, die sich auf dem Weg nach Renesse plötzlich in Antwerpen/Belgien wiederfanden. Dafür muss man immerhin 50 – 90 km in die falsche Richtung fahren ohne es zu merken, und das kann nun wirklich auch keine Lösung sein.
Auch ohne auf das Gerät zu hören, haben wir es zeitig ans Ziel geschafft, zu zeitig sogar. Zwei Stunden mussten wir noch warten. Also erstmal an so eine Bude, die alles frittiert. Hmmm. Angekommen!
Im sechsten Jahr ist das schon langsam wie nach-Hause-kommen, wobei es schon inzwischen seltsam ist, auf einem Jugendcampingplatz zu zelten. Naja, an Pfingsten gelten eben andere Regeln. Ausnahmezustand.
Die Schwelmer Außenstelle in Renesse: 3 Parzellen, 6 Zelte, 13 Mann. Und ein Pool, der allerdings die vier Tage ohne Wasser bleiben musste. Keiner hatte Lust, die nötigen 700 l Wasser vom Waschhaus zum Pool zu transportieren und unser Vorrat an Korn war uns dafür zu schade.
Was inzwischen in den einzelnen Parzellen üblich ist – ein Stromanschluss – ist Segen und Fluch zugleich. Man muss nicht mehr kiloweise Batterien mitschleppen, kann Kühlboxen anschließen und auch morgens mal fix einen Kaffee machen. Allerdings nutzen andere diese Möglichkeit komplette Küchenzeilen und noch Schlimmer: ihre RockamRing-taugliche PA auf dem Zeltplatz zu installieren und alle mit Kirmestechno zu beschallen. Nicht so schön.
Ein Highlight aber sind auf diesem Zeltplatz immer die Flunkyball-Turniere. Mit geschätzten mehreren Hundert Zuschauern hat das schon fast Fußballcharakter. Die seit Jahren bekannten Teams sieht man triumphieren, andere stürzen durch den unfreiwillig hohen Bierkonsum (oft durch mangelnde Regelkenntnis) in tiefe Löcher. Dass der ein oder andere danach zum Beispiel unter der Dusche seinen Darm nicht mehr kontrollieren kann, war auch in den letzten Jahren nicht unüblich. ist zwar fies, aber was solls. Dass man es aber nichtmal mehr ins Waschhaus schafft hat eine neue Qualität. Nicht!
Am schönsten ist es aber, dass man vier Tage lang machen kann, was man will. Morgens ein Bier zum Frühstück? Och joar. Erstmal aber ‘ne Hackfleischrolle. Das war das Standardfrühstück, neben Chocomel und irgendwelchen fragwürdigen Isodrinks.
Ist die Flasche Bier leer? Ab auf den Boden! Neue Flasche auf, Kronkorken hinterher! Rumgrölen, fies sein, schlechte Witze und dumme Stories erzählen. In der letzten Nacht fand zwei Gassen von unsererr Zeltstadt entfernt ein regelrechtes Nebelspektakel statt. Da hatte wohl einer die Feuerlöscher entdeckt. Sah gut aus, definitiv. Bisse Asi, bisse König!
Wenn man dann montags aufwacht, hat der Spuk ein Ende. Zelte müssen abgebaut, Autos mit weniger Zeug (Mensch, da ist wieder so einiges zu Bruch gegangen) schlechter bepackt, und der Zeltplatz in tadellosem Zustand hinterlassen werden. Das schafft nicht jeder. Aber es ist der erste Schritt zurück in die Zivilisation. Um anzukommen dürften aber gerne noch ein paar folgen… 

TumblrEmailPrintTeilen

2 Comments

Filed under Blog

2 Responses to Bisse Asi, bisse König!

  1. Stefan

    >Das mit dem Kirmestechno hasse doch ausm Radio…

  2. Denis

    >Mir fehlt hier noch ein gewisser Link in deinem Bericht…;)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.