Vorhang auf: Spektakel!

Eines ist nach der Derbyberichterstattung klarer denn je geworden: Die Medien lechzen nach Showelementen, mehr als nach dem eigentlichen Spiel selbst. Sogar die offizielle Website der Liga erging sich in Jubelarien über “Batman & Robin” und bebilderte schlicht alles mit Schnappschüssen von beiden. Klar, die Dortmunder feiern ihre Clowns und stellen jeden als Spaßbremse hin, der Kritik an dieser Marketingmasche übt.
Nun kann man darüber diskutieren, inwiefern ein solcher vorbereiteter Torjubel im Unsportlichen einzuordnen ist, oder man nimmt es als irre lustig und total kreativ hin. Dann könnte man aber mal anfangen, eine damit einhergehende und im Fußball inhärente Ungerechtigkeit diskutieren: Offensivspielern wird es viel leichter gemacht, sich selbst als Marke zu positionieren. Sie schießen die Tore. Nach Toren wird unterbrochen. Nach Toren ist Zeit für Marketing.
Defensivspieler machen die Drecksarbeit, machen die folgenreichen Fehler, und stehen dann wie begossene Pudel im Regen. (In solchen Momenten gibt es ja immer einen Regenguss.) Retten sie in letzter Sekunde geht es entweder ohne Unterbrechung oder mit der nächsten Ecke weiter. Es bleibt brenzlig. Keine Zeit, außersportliches Marketing zu betreiben.
Unfair, oder?
Nachdem nun also die Einführung der Torlinientechnik in den Sport beschlossene Sache ist, scheint der Schritt zum Videoschiedsrichter nicht mehr weit. Weitere Spielunterbrechungen sind also die Zukunft des Sports. Da könnte man sicherlich zusätzlich noch ein paar Zeitfenster für Torhüter und Abwehrspieler freischaffen, welche für Marketingzwecke genutzt werden dürfen.
Man stelle sich das nur mal vor: Yann Sommer kratzt einen Calhanoglu-Freistoß aus dem Winkel, der Schiedsrichter unterbricht das Spiel, Sommer flitzt hinter die Bande und kommt mit spitzem, grauem Hut und Stock hervor: DU – KOMMST NICHT – VORBEI!
Oder: Heiko Westermann. Der hat ja definitiv gewaltiges Starpotential, nur bekommt er nie genügend Zeit, sich auch marketingwirksam zu positionieren. Nehmen wir also an, er schafft es, Arjen Robben den Ball im letzten Moment zur Ecke abzugrätschen. Während wir nun alle auf die Ausführung des Eckstoßes warten und Arjen Robben zur Landung ansetzt, kann HW4 sich eine Raumpflegeruniform überwerfen, mit einem Wischmop bewaffnen und andeuten, dass einzig und allein er den Laden sauber hält: HW4 – Der Saubermann.

Ich bin dafür. Mehr Spektakel! Es wäre wirklich nur fair.

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Arbeitstitel: Alaaf!

Bei uns in Schwelm herrscht seit Ewigkeiten die Eigenart, nicht am Rosenmontag sondern dem Sonntag vorher in Massen zum Karneval nach Köln zu fahren. An diesem Tag finden die Schull- & Veedelszöch statt. Es ist also ordentlich was los, aber nicht so überfüllt wie am Rosenmontag. Vermutlich war der Sonntag deshalb bei uns so beliebt. Als ich das erste Mal — vermutlich mit 16 oder 17 Jahren — an diesem Tag dabei war, konnte ich es gar nicht fassen, welche Menschenmassen sich in unserer kleinen Stadt schon früh am Bahnhof einfanden.

In den folgenden Jahren war ich dann zwar nicht in jedem Jahr, aber doch recht oft dabei, wenn es an eben diesem einen Sonntag in Richtung Domstadt ging. Das waren eigentlich immer tolle Touren mit übler Musik, lecker Kölsch und dem ein oder anderen Ausfall. Ich kann mich zum Beispiel noch sehr gut daran erinnern, dass mein Freund R. einmal meinte, es wäre eine gute Idee, auf der Rückfahrt die Notbremse vom Regionalexpress zu ziehen.

“Traust du dich nicht!” – “Doch! Klar!” – “Nee, auf gar keinen Fall.” Rumms. Quiiiiieetsch. Und ein triumphierender Blick. Nach einem langen anstrengenden Tag wollten wir alle ja auch nicht einfach nur noch nach Hause. Da kann man noch locker irgendwo in einem notgebremsten Zug in der Pampa rumstehen. Dann tauchte der Schaffner auf. R.: “Ich war dat. Wat wollense  jetzt machen? Mich rauswerfen?” Den Schaffner hat dieses Geständnis allerdings herzlich wenig beeindruckt. Vermutlich hielt er ihn nur für einen besoffenen Spinner, der sich wichtig machen wollte. Stimmte nur zur Hälfte.

In einem anderen Jahr hatte sich D. — verkleidet als Obi-Biber — etwas zu viel zugemutet und wurde, als gerade keiner von uns so richtig aufpasste, von einer Freundin  in die Hände von Sanitätern übergeben, welche ihn dann in ein Krankenhaus abtransportierten. Auf unsere Frage, in welchem Krankenhaus wir ihn wieder abholen könnten, hatte sie aber keine Antwort. Offenbar hatte sie nicht bedacht, dass wir uns nicht mehr auf dem Dorf befinden und Köln durchaus mehr als ein Krankenhaus hat. Das Problem erübrigte sich aber dann aber, als er mit einem Kölsch in der Hand plötzlich wieder im Brauhaus stand. Den Krankenhausaufenthalt hatte er wohl genutzt, um sich ein bisschen auszuschlafen und dann Langeweile bekommen.

Aber auch andere Dinge können an einem solchen Tag für Probleme sorgen. Zwei oder dreimal kollidierte der Termin mit einem Spiel des glorreichen FC Schalke 04. Sonntags gibt es zwar keine konkurrierenden Parallelspiele, trotzdem muss man ja erstmal eine Kneipe in Köln finden, die im Karnevalstrubel bereit ist, ein Fußballspiel zu zeigen. Und im besten Fall noch einen oder zwei Mitstreiter. Sich alleine in eine Kneipe zu setzen, ist nämlich eher nicht so der Knaller. Also, finde ich.  Die Suche nach Begleitern hängt dann natürlich auch von der Uhrzeit ab. Findet das Spiel erst gegen Abend statt, haben sich vermutlich schon alle potenziellen Kandidaten aus dem Staub gemacht.

So konnte ich mich 2008 glücklich schätzen, zumindest von A. auf Kneipensuche begleitet zu werden. Schalke sollte an diesem Tag den VfB Stuttgart empfangen, der uns in der Vorsaison im Rennen um Platz 1 noch kurz vor Schluss den Rang ablaufen konnte. Dieses Duell wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. So sahen wir, schon recht angeschlagen zwischen Kopf-auf-dem-Tresen und Irrwegen auf Toilettensuche, wie Kevin Kuranyi & Heiko Westermann den VfB erledigten. Dann der Knaller: Wintertransfer Ze Roberto II. betritt in der 90. Minute das Spielfeld und sorgt in der Nachspielzeit prompt für den 4:1 Schlusspunkt. An dem werden wir noch viel Spaß haben, war ich mir sicher. 

Zwei Jahre später sollte es wieder nach Köln gehen. Es war Sonntag, der 14.2.2010. Schon Wochen vorher hatte ich damit begonnen, Packung um Packung Mullbinden mit schwarzem Tee einzufärben und eine Hose und einen Pullover damit zu bekleben, um einen ordentlichen Mumienlook zu bekommen. Ziemliche Fummelei, aber Sonntag morgens war ich dann komplett vermummt und durchaus zufrieden mit dem Ergebnis. Schön wäre halt noch gewesen, wenn mein Kostüm die Zugfahrt unbeschadet überstanden hätte, aber in Köln am Bahnhof angekommen, sah ich doch schon relativ zerfleddert aus. Aber macht ja nichts. Eine soeben ausgebuddelte Mumie ist ja auch nicht mehr taufrisch.

So sollte die Verkleidung die nächsten vier bis fünf Stunden dann auch relativ unbeschadet überstehen. Irgendwann so gegen 15 Uhr war es dann an der Zeit, Mitstreiter und eine Kneipe zum Fußballschauen zu suchen. Schließlich empfing Schalke an diesem Tag den FC, und da war es nur gerecht, dass Köln mich zu beherbergen hatte. Mit den Mitstreitern war es aber so ein Problem. Mein Bruder war an diesem Tag gar nicht mitgefahren. R. war schon wieder auf dem Weg nach Hause, vermutlich, weil seine Freundin ihn mal wieder evakuieren musste. Wobei: 2010 kann auch das eine Jahr gewesen sein, in dem es mal umgekehrt war, aber wer erinnert sich schon immer hundertprozentig? Blieb nur A.. Bei dem half jegliches Generve aber auch irgendwie nicht.

Also alleine los. Draußen war es schweinekalt und mein Mumienkostüm war alles andere als wintertauglich. So wankte ich, vor Kälte zitternd, auf der Suche nach einem verheißenden Pay-TV-Schild, durch die Kölner Altstadt, doch es schien aussichtslos. So richtig ortskundig war ich ja auch nicht. Schön bescheuert eigentlich, sich dann im Karnevalstrubel auch von der Gruppe zu entfernen, aber egal. Ich war trotzig, mir war kalt, ich wollte das Spiel sehen.

Plötzlich sah ich in fünfzig Meter Entfernung am Ende eines Platzes einen Streifenwagen samt daneben stehendem Polizisten. Ah, der Freund & Helfer dachte ich, und hielt auf den Mann zu. “Können sie mir sagen, wo ich hier Fußball gucken kann?” Der Beamte schaute mich an, als hätte ich ihn gerade um Aushändigung seiner Plempe gebeten. “Oh kacke, jetzt wandere ich in den Bau!” Eigentlich hatte ich sowohl beim Fußball, als auch bei anderen Veranstaltungen bisher nur mit sehr hilfsbereiten Polizisten zu tun, aber so wie der Herr gerade guckte, konnte das nicht gut für mich ausgehen.

Nun grinste er und zeigte über seine Schulter auf das Haus, das keine drei Meter von uns entfernt stand: “Junge, jetzt aber bitte nicht mehr ganz so viel Bier…” Nicht nur, dass der bekannte Pay-TV-Schriftzug an der Hauswand zu finden war, nein, auch eine recht große Tafel wies auf die Übertragung des Nachmittagsspiels hin. Nun gut, das war jetzt ein bisschen peinlich, aber schön, wenn einem die Polizei helfen kann. Ich bedankte mich artig und suchte den Weg ins Innere der Gaststätte.

Drinnen hieß es, erst einmal die Lage zu sondieren. Schließlich war dort ja Feindesland. Im kollektiven Gedächtnis der Kölner war es schließlich kein geringerer, als der Schalker Oliver Held, der die Kölner 1998 mit seinem Handspiel im Strafraum in den Abgrund gestoßen, und ihn so schlussendlich zur Fahrstuhlmannschaft gemacht hatte. Das ist zwar, wenn überhaupt, nur die halbe Wahrheit — Köln stand nach diesem 27. Spieltag auf Platz 12 und verlor in der Schlussphase der Saison noch gegen den KSC, Werder Bremen, 1860 München & Arminia Bielefeld — aber so lautet eben der Mythos des ersten Bundesligaabstiegs des 1. FC Köln: Oliver Held. Und Schalke. Also besser mal nicht direkt zu erkennen geben. Ich war halt einfach eine Mumie, die sich für Fußball interessierte. 

Offenbar war ich aber etwas spät dran. In der oberen Etage, in der das Spiel auf einer Leinwand gezeigt werden sollte, war kein einziger Platz mehr frei. Also musste ich mir einen Stuhl von unten besorgen, den ich dann einfach mitten im Raum abstellte: Perfekter Blick auf das Spiel, keine Beschwerden, kann so bleiben. Noch schnell ein Kölsch gekauft, und dann konnte es auch schon losgehen.

Bei meinem nächsten Blick auf die Leinwand lief noch immer Werbung. Moment: Wieso hänge ich hier wie so’n Schluck Wasser in der Kurve? Schräg hinter mir Getuschel: Pssst, guck mal, die Mumie ist wieder wach… Hm, da hatte ich wohl ein Nickerchen gemacht. War vielleicht nicht die beste Idee, sich dafür genau in die Mitte des Raumes zu setzen. Ein kurzer Blick nach unten zeigte, dass ich wenigstens mein Bier 45 Minuten lang gut festgehalten hatte. Ich nahm, soweit bei Kölsch möglich, einen großen Schluck und versuchte im Rahmen meiner Möglichkeiten souverän zu wirken. Irgendwie wollte ich aber doch wissen, was bisher auf dem Spielfeld passiert war. Eine kurze Anfrage am Tisch rechts nebenan sollte für Klärung sorgen: “Was hab’ ich ‘n verpasst?” – “Nix, 1:0 für Schalke!” Ich wandte mich ab und grinste in mein Bier.

Nachdem die zweite  Halbzeit angepfiffen war, sah ich es dann auch “schwarz auf weiß”: Joel Matip hatte die Königsblauen quasi mit dem Pausenpfiff in Führung gebracht. Den Rest des Spiels verbrachte ich mit den Bemühungen, bloß nicht wieder einzuschlafen, hielt mich am Bier fest und nahm hin und wieder einen Schluck. Auf offensichtliches Mitfiebern verzichtete ich, um unnötigem Theater zu entgehen, bis Jefferson Farfán ein paar Minuten vor Schluss den Sack zu machte. Da platzte es dann doch ein wenig aus mir heraus, was  mit ein paar genervten Sprüchen quittiert wurde, aber ohne schlimmere Konsequenzen blieb. Vermutlich schwang da auch ein bisschen Mitleid gegenüber der kaputten Mumie mit. Glück gehabt.

Nach dem Spiel ging es für mich wieder auf Wanderschaft durch die Altstadt. Tatsächlich lief der Rückweg um einiges unproblematischer und ich fand meine Freunde in genau dem Laden vor, aus dem ich mich zwei Stunden vorher aus dem Staub gemacht hatte. Mit drei Punkten im Gepäck und ohne was auf’s Maul bekommen zu haben.

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Raunen, Grummeln, Gelb und Rot

Samstag auf dem Weg zum Spiel legten wir einen kurzen Zwischenstopp am Parkgrill ein. Ich hatte Lust auf ein kühles Bier, Holgi, ganz der Fahrer, bestellte sich nur ‘ne Bratwurst im Brötchen. Für aufe Hand. Beides. Auf ewige Anstellerei später im Stadion hatte ich aber auch keinen Bock, also blieb es bei diesem Fläschchen. Man muss dem Fahrer ja auch nicht unbedingt einen vorsaufen, vor allem, wenn man nur auf seine Einladung dabei ist.

Also ab zum Stadion geflitzt und in die Einlassschlange einsortiert. Da blieb noch genug Zeit, sich dem Bier zu widmen. Das Wegbier ist zwar popkulturelle Corporate Identity, aber ich bin echt der weltschlechteste Imgehentrinker. Schaumschaumschaum. Kleckerschlabbersiffundtropf. Überall Bier, nur nicht in mir drin.

Einlassschlange, also. Noch kurz vom Sicherheitspersonal befummeln lassen (“Mütze runter!”) und ab auf unsere Plätze, schließlich war es schon kurz vor Anpfiff. Obwohl ich vor dem Spiel ja nur ein Bier hatte, trieb der Kaffee vom Vormittag mich nach 27 gespielten Minuten runter von meinem Sitz. “Wenn ich jetzt pinkeln gehe, fällt bestimmt das Tor” ließ ich Holgi wissen, und machte mich auf den Weg.

Muss man während Fußballspielen den Ort des Geschehens verlassen, ist man natürlich sehr auf sein Gehör angewiesen. Jedes Anschwellen der Geräuschkulisse will eingeordnet, jedes Grummeln bewertet werden. Foul, gelbe Karte, rote Karte Torchance, Gegentor? Raunen. RAUNEN.

TOOOOOOOOOOOOOR!

Plötzlich waren rechts und links von mir Typen, die jeder für sich völlig davon überzeugt waren, dass immer wenn sie zur Toilette gehen, ein Tor fällt. Immer. Wirklich! To-tal verrückt. So viele Menschen wird es ja nicht geben, die Tore pinkeln können, und nun waren wir alle zeitgleich auf dieser sanitären Anlage versammelt. Der Zentralrat der Torurinierer. Die nächste Sensation ließ allerdings nicht lange auf sich warten, als einer der Herren mitteilte, seine Fähigkeit gehe sogar noch weiter: In der ersten Halbzeit macht er zwar die Tore, in Halbzeit Zwei kann er allerdings nur Gegentore pinkeln. Junge, Junge. Mit großer Macht geht große Verantwortung einher!

Sprachlos suchte ich meinen Platz in der Nordkurve auf und fragte mich gegen Ende des Spiel, wer wohl den Aussetzer vom Hunter erpinkelt hat.

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Wenigstens kämpfen

Die hätten ja wenigstens mal kämpfen können!

Ein Satz, den man ständig nach Niederlagen hört.

 

Naja, wenigstens haben sie gekämpft…

Ein Satz, den man ungefähr nie nach Niederlagen hört. Offenbar ein Fall für Mulder & Scully.

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Hand!

Lange haben wir auf diesen Moment gewartet, plötzlich war er da: Jahre nach Einführung des Tor-Schiedsrichters hat dieser deutlich den Beweis seiner Notwendigkeit gebracht. Denn man muss sich schon fragen, wer in dieser Situation zum Einen so einen guten Blick auf die Szene samt Vergehen gehabt und zum Anderen zu dieser fortgeschrittenen Zeit noch eine derart weitreichende Entscheidung getroffen hätte. Klar, in der Kneipe vor der Leinwand war ich der Erste, der laut auf Handspiel reklamierte, was natürlich eher ein Verdacht, mehr Hoffnung und die Angst vor dem nächsten Remis, denn Sachverstand war. In der ersten Halbzeit hatte ich schließlich auch lediglich Glück, als mein empörter Ausruf “DER HAT SCHON GELB!!!” ausnahmsweise mal der Wahrheit entsprach.
Der Schiedsrichter hatte das Vergehen im Strafraum also offensichtlich nicht sehen können, der Linienrichter vermutlich schon. Vielleicht hatte er einfach nicht den Mut, eine Entscheidung zu treffen. Da darf man von UEFA-Referees wirklich mehr erwarten. Nur gut, dass das Team vor einigen Jahre sinnvoll erweitert wurde. Die Torlinientechnik kann solche Situationen übrigens nicht meistern…

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Eine neue Ära

Am Samstag ist es endlichendlichendlich so weit. Trainerentlassungen in der Länderspielpause haben ja den offenkundigen Nachteil, die Ungeduld ins Unermessliche zu steigern. Wird es einen Effekt bei der Mannschaft geben? Setzt der neue Mann nun mal auf die Jugend? Dürfen endlich die erfahrenen Kräfte ran? Wird es eine gute Mischung geben? Aber doch bitte kein Antifußball, ja? Gut, hinten komplett offen sollte man aber auch nicht sein. Viel Ballkontrolle wäre vielleicht nicht schlecht. Und blitzschnelles Konterspiel. Aber bloß nicht einfach ins Verderben laufen, wie sonst, ne? Einfach so ein glasklares Konzept, wie es nur ein charismatischer Coach im feinen Zwirn auf die Taktiktafel und das Spielfeld bringt. Moment mal: Feiner Zwirn? Wohl kaum. Auf Schalke hat man im Ballonseidenen an der Linie zu stehen! Wird man ja wohl noch sagen dürfen. Dann klappt das auch mit dem defensiv starken, ballbesitzorientieren, hoch gegenpressenden, abkippenden, explosionsartigen Konterspiel. Ganz sicher.

Auf Schalke riecht es nach dem Beginn einer neuen Ära. Große Zeiten brechen an. Schön, dass ausgerechnet die Freunde der Berliner Hertha zum Einläuten zu Gast sind.

(Vielleicht sehen wir ja sogar Busfahrer & Zeugwart im Einsatz…)

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In Dortmund

Januar 2004. Es war kalt in der sowieso schon wenig einladenden Wellblechhütte in Lüdenscheid-Nord. Ach, lassen wir das. Diese Namensverballhornungen sind eigentlich doch nur albern. Klar, die Schwarzgelben gehören schon irgendwie ins Sauerland, aber man will ja auch nicht das komplette Sauerland diffamieren. Also noch mal:

Januar 2004: Es war kalt in der sowieso schon wenig einladenden Wellblechhütte in Dortmund. Mein Freund Rainer und ich standen im Gästeblock irgendwo recht weit vorne, beziehungsweise unten, und wärmten uns am Bier. Wärmen. Am Bier. Klar. Bescheuerter Plan. In der nächsten Runde stiegen wir auf Glühwein um. Das war besser. Oder wäre besser gewesen, hätte Rainer keine helle Jacke angehabt. Nicht einmal zehn Minuten gespielt, kam es zur ersten super strittigen Szene. Frings hebt — frei vorm Schalker Schlussmann Frank Rost — spektakulär ab und bekommt lächerlicherweise dafür tatsächlich auch noch einen Elfmeter. Arjen Robben hätte es zwar spektakulärer, aber nicht besser hinbekommen. Doch alles war halb so wild: Rost konnte den Strafstoß — Entschuldigung —  die Rückgabe von Jan Koller locker entschärfen. Noch mal Glück gehabt. Allerdings hatte Rainers Jacke nach diesem Anfangsbrimborium schon eine mittelschwere Batikoptik durch meinen Glühwein. So ein Hippie! Schuld war natürlich nicht ich, sondern der Typ neben mir, der sich offenbar vorgenommen hatte, mich bei aufregenden Szenen wild zu schütteln. Klar, so lange die Sache auf dem Spielfeld gut ausging, stellte ich mich gerne für solche Aktionen zur Verfügung. Nur meinen Becher musste ich besser im Auge behalten.

Und klar, es gab noch massig strittige Szenen, aber wem erzähle ich das. Platzverweise auf beiden Seiten, noch einen gehaltenen Elfmeter, und, und, und. Kurz vor Schluss sorgte dann der eingewechselte Ebbe Sand nach ewiger persönlicher Torflaute für den 0:1 Endstand und brachte uns dazu, wie Flummis durch die Hütte zu hüpfen. Sollte der Typ doch auch mal wen anders schütteln…

Das war damals natürlich nicht der einzige Ausflug in die Wellblechhütte. Rückblickend kann ich das nur grob abstecken, aber in den Nullerjahren haben wir nur wenige Spiele dort verpasst. Irgendwie kam man ja doch immer an Karten. Entweder haute man einen der durchaus vorhandenen BVB-Kumpel an, die selbst bei Derbies wussten, wie noch an Karten zu kommen war, oder man besuchte eBay als letzten Ausweg. Beide Optionen führten zu Plätzen, die im Umkreis meist natürlich nicht unbedingt blauweiß dominiert waren, was man aber auf der Gegengerade ja durchaus mal in Kauf nehmen kann. Einmal — unsere Karten waren super kurzfristig über eBay erstanden — hatten wir nicht so ein großes Glück. Vor dem Kauf hatte ich mir vom Anbieter versichern lassen, dass die Karten auch für Blauweiße nutzbar seien. Alles kein Problem, die Plätze seien in einer dieser neu gebauten Ecken, da wäre alles easy, so die Aussage des Händlers. Klar, der wollte seine bescheuerten Eckkarten ja gerne für ‘nen Fuffi loswerden. Und wir waren bereit, das zu zahlen.

An der Hütte angekommen trafen wir uns dann und regelten die Übergabe. Erneute Nachfrage, erneute Beteuerung, alles sei cool. Auf dem Weg zu unseren Plätzen dünkte uns, so super cool und locker easy würde es nicht sein. Nur noch Schwarzgelbe, überall. Plötzlich fanden wir uns in der Ecke zwischen Südtribüne und Gegengerade wieder, ziemlich weit oben. Irgendeinem von uns lugte unter der Jacke wohl ein Fitzel vom Schal hervor, was direkt für Ärger und Wortgefechte sorgte. Ich konnte mich dem Eindruck nicht erwehren, hier irgendwie zwischen eine Horde Althools und Kacknazis geraten zu sein. Keine zwei Sekunden an unseren Sitzen angekommen, war der Entschluss klar Weg hier!

Also raus aus der komischen Ecke, und Richtung Norden geschlendert. Ob man wohl einfach in einen anderen Block spazieren könnte? Irgendwann — schon recht nah am Gästebereich — schlichen wir einfach mal in einen Gegengeradenblock. Da stand zwar ein Ordner rum, doch irgendwie interessierte der sich nicht für uns. Der Blick die Ränge hoch offenbarte Überraschendes: Unmittelbar vor Spielbeginn gab es hier noch massig freie Plätze. Also erklommen wir die Stufen, suchten uns eine Reihe mit genügend freien Plätzen aus und ließen uns nieder. Unfassbar: Wir hatten vor der Hütte 50 Eumels für ‘ne schlechte Eckkarte ausgegeben, hier waren locker noch 150 Plätze frei. Beim Derby. Zum Anpfiff! Großartig sollte sich das auch nicht mehr ändern, so konnten wir ohne Probleme unser Schalker Gesicht zeigen, die Blauweißen nach Belieben anfeuern und auf die anderen Spieler schimpfen. Auch als wir bereits nach 17 Minuten den Siegtreffer durch Ailton bejubelten, kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen.

Glimpflich liefen die Besuche von Rainer und mir in Dortmund zwar eigentlich immer ab, ganz frei von Zwischenfällen waren sie aber natürlich nie. In einem Jahr haben wir uns recht spontan so einem Derbymarsch angeschlossen. Keineahnungwievieletausend Schalker sammelten sich am Bahnhof und bestritten zusammen unter Aufsicht der Polizei den Weg zur Hütte aus Wellblech. Unglaublich beeindruckend, außerhalb eines Stadions in so einer Menge Fans zu stehen. Ärgerlich war nur, dass ein paar Vollidioten jegliche Gelegenheit als Vorwand nutzten, Pyrotechnik und Böller abzufackeln. Waren aber bestimmt nur positive Emotionen wegen des zügigen Vorankommens. Auf dem Weg wurde uns dann aber eine Schwachstelle in unserer Planung gewahr: Erstens geleitete die Polizei den Tross natürlich Richtung Gästeblock und zwar nur dorthin, unsere Karten waren aber wieder für die Gegengerade, zweitens wollten wir uns vor dem Spiel noch mit einem Bekannten von Rainer treffen, der allerdings im anderen Lager beheimatet ist. Mit anderen Worten: Wir mussten irgendwie aus dieser Meute entkommen.

In der Nähe des Stadions angekommen dann die große Überraschung: Hatten uns die Cops den kompletten Weg noch auf allen Seiten abgeschirmt, waren sie nun kaum noch irgendwo präsent. Die Gruppe aus tausenden Schalkern latschte also mitten in den normalen Trubel eines Fußballspiels. Quasi auf dem Präsentierteller. Rainer und ich ergriffen die Chance und machten uns aus dem Staub. Schließlich hatten wir Termine einzuhalten und auch nicht so Bock auf einen großen Knall. Im Grunde kam uns die Polizeitaktik also entgegen. Zwei, drei Bier mit Rainers Bekanntem später machten wir uns auf den Weg zum Einlass. Vor den Toren dann das Grauen: Eine unfassbar riesige Menschenmasse drängte auf Einlass. Scheinbar vergebens. Es war kaum Bewegung zu erkennen. Waren die Tore überhaupt schon offen, oder hatte es einen Zwischenfall gegeben? Vermutlich einfach nur unfähige Ordner.

Dann: Platzregen. Innerhalb von einer halben Minute waren wir komplett nass. Ach, was sage ich: Wir waren parkstadionnass. Wer mich kennt, der weiß: Meine Stimmung war nun so richtig am überkochen. Mir versaut es ja schon den Abend, wenn in der Kneipe mal wieder jemand sein Bier daher schmeißt und meine Hose in der Schusslinie ist. Nun lagen also zwei Stunden Stadionerlebnis in nassen Klamotten vor mir. Gute Aussichten. An unseren Plätzen angekommen, hängte ich erst mal Jacke und Trikot zum trocknen über andere Sitze. Die Hose behielt ich mal lieber an. Im Feindesgebiet muss man schließlich aufpassen. Hinterher klaut die einer und man steht den restlichen Abend unten ohne da. Gefährlich. Als Souvenir dieser Episode hatte ich mir übrigens eine schöne Ohrenentzündung samt Tinnitus mitgebracht, welche ich am nächsten Wochenende einigermaßen in der Gelsenkirchener Sommersonne auskurieren konnte. Kein gutes Pflaster, dieses Dortmund.

Dies sollte am gleichen Tag auch die Schalker Mannschaft zu spüren bekommen. Ein 2:0 in völliger Schockstarre riss auch den letzten aus tiefen Meisterschaftsträumen. Für mich war das zu viel: Jede Menge Bierchen, nasse Klamotten, diese folgenschwere Niederlage. Gefährliche Mischung. Ich erging mich zwischen den ganzen Dortmundern in wüster Pöbelei. Wer mir krumm oder nur in den Weg kam, wurde einfach von A(ckerfresse) bis Z(eckenpimmel) durchbeleidigt.

Junge, Junge. Das hätte wirklich übel ausgehen können, muss ich mit etwas Abstand eingestehen. Glücklicherweise war Rainer dabei, hielt mich im Zaum und beschwichtigte meine Opfer ein wenig. Mit anderen Worten: Er rettete mir den Arsch. Komisch. Eigentlich ist er durchaus auch dafür bekannt, nach drei bis dreizehn Bieren nicht mehr so mega viel auf die Kette zu bekommen. Dieses Mal hatte er alles im Griff. Perfektes Timing! 

Ein bisschen unglücklich gewählt war dann neben meinem Verhalten auch noch unser Rückweg. Hätten wir eine Sekunde drüber nachgedacht, dass in Bochum gerade der VfB Stuttgart gegen den VfL gewonnen, und somit eine Spieltag vor Schluss die Tabellenführung von uns übernommen hatte, hätten wir wohl einen anderen Weg gewählt. So sahen wir uns im Bus aus Bochum mit feiernden Schwaben konfrontiert. Unangenehm. Noch schlimmer: Die Bochumer feierten mit! Wie blöd muss man eigentlich sein, eine eigene Niederlage zu feiern? Der sofortige Abstieg wäre die gerechte Strafe gewesen. Der ließ aber noch ein paar Jahre auf sich warten.

Wir saßen die komplette Fahrt über ganz vorne im Bus, regten uns über die feiernde Meute hinten auf, tranken Bier und übten uns in Galgenhumor. Der Fahrer hatte unser Leid offenkundig mitbekommen. Beim Aussteigen sprach er uns an. Schnell wurde klar: Hier saß ein Schalker, der wegen seiner Schicht das Debakel nicht sehen konnte — was vielleicht auch besser war — und nun die feiernden Stuttgarter und Bochumer kutschieren musste. Auch keine schöne Situation. Ich gab dem Mann mein letztes Bier für seinen Feierabend und wir wünschten uns trotz allem noch einen schönen Abend. Der letzte Funken Hoffnung erlosch dann eine Woche später.

2008 war dann wieder so ein totales Highlight-Spiel. Schalke führte nach 60 Minuten schon mit 0:3 und meine Stimmung auf der Tribüne hätte nicht besser sein können. Ekstase und ausgelassener Jubel bei allen drei Treffern. Doch dann wurde dem völlig katastrophalen Schiedsrichter Lutz Wagner das Spiel wohl etwas zu langweilig. Rot, Gelb/Rot, Elfer hier, irreguläre Treffer da, und plötzlich stand es 3:3. Nach Ansicht der TV-Bilder konnte man einigen Schalker Akteuren eventuell vielleicht eine klitzekleine Mitschuld attestieren,  im Stadion war ich dazu aber sowas von überhaupt nicht bereit. Völlig aufgebracht wütete ich zwischen all den Schwarzgelben auf der Gegengerade. Am liebsten hätte ich was kaputt gemacht. Oder jemanden. Herr Wagner wäre wohl eine gute Wahl gewesen. Und wieder “geriet” ich zwar in Wortgefechte, aber nicht in schlimmere Verwicklungen, wie ein Handgemenge, Faustkampf oder gar ein Duell. Auch löste ich keine Massenprügelei aus, so weit ich mich erinnere. Sehr seltsam. Vermutlich musste Rainer wieder zu meinen Gunsten agieren.

Ist schon schön, wenn man einen Freund hat, der einem auch mal in selbstverschuldeten Bredouillen den Rücken frei hält. Noch toller, wenn man nebenher auch noch die Liebe zum glorreichen FC Schalke 04 teilen darf. Hab’ ich mich eigentlich schon mal bedankt? Bestimmt, aber da war ich sicher ein bisschen angehopft und rührselig. Dies sei dann hiermit nachgeholt: Einfach nur Danke, mein Freund! Für die Derbygeschichten da oben und alles und sowieso.

Ach ja: Beim Spiel in Dortmund war ich seitdem nicht mehr. Man sollte das Schicksal schließlich nicht überstrapazieren.

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Testspiel | Dat Leben is kein Trallafitti

Das ist doch alles Scheibenkäse. Im Urlaub sind alle Ollen schön. Mit Sonnenstich und ein paar Pils in der Rübe sieht alles und jede romantisch aus. Der wird sich noch wundern. Der nackte Alltag ist ein böser Geselle.

Otto und Erwin schießen simple Wahrheiten locker aus der Hüfte. Das große Problem ist nur: Die zweite Heimat — ihr Lieblingskiosk — steht kurz vor dem Aus. Eine gesichtslose Immobilienfirma aus dem ungeliebten Dortmund hat das Haus gekauft, modernisiert und damit unbezahlbar für Kioskbetreiber Jupp gemacht. Schöne Scheiße. Doch da haben die Immobilienhaie ihre Rechnung ohne Fensterrentner Otto gemacht. Als alter Malocher aus’m Pütt setzt er alle Hebel in Bewegung, um Jupp und seiner Frau aus der Patsche zu helfen.

Trallafitti

Und wenn du dann abends deine Karre auf einem Platz mit guter Aussicht parkst und die Sonne hinter einem ausgedienten Förderturm untergehen siehst, dann weißt du, der Ruhrpott war, ist und bleibt eine astreine Legendenregion.

Manchmal reichlich absurd, aber durchweg unterhaltsam tolpatscht sich Otto eingebettet in viel Ruhrpottliebe durch Gelsenkirchen und das Ruhrgebiet und macht natürlich erst einmal alles noch viel schlimmer, als es sowieso schon ist. Zudem muss er höllisch aufpassen, seine geliebte Wilma nicht auf Kosten der Kioskrettung zu vernachlässigen.

Ob’s gut geht? Das findet ihr am besten selbst mal raus. Mich hat unser Fensterrentner (neben Twitter) ja spätestens mit seiner Regenbogenjoggingpeitsche gegen Homophobie überzeugt. Wahrlich ‘n feinen Kerl, der Otto.

Ab heute im Handel.

Otto Redenkämper
Dat Leben is kein Trallafitti
Der Fensterrentner erklärt die Welt
208 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978-3-596-03086-6
8,99 €
Erschienen im Fischer-Verlag

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Endzeitszenario

Zum Saisonbeginn 2010/11 hat Felix Magath mit Schalke einen ordentlichen Fehlstart hingelegt: Vier Spiele, null Punkte. Die Bundesligasaison konnte daraufhin nicht mehr erfolgreich gestaltet, sondern nur die totale Katastrophe verhindert werden. Ob darin die ständige Panik vor einem Fehlstart und damit dem Abstürzen in den Abstiegskampf begründet liegt, oder ob die noch aus den beginnenden neunziger Jahren stammt? Keine Ahnung. Wobei: Die nackte Angst vorm Absturz — gerne auch unbegründet — ist ja in der Gesellschaft selbst so sehr verwurzelt, dass es beinahe komisch wäre, bliebe der Fußball davon verschont. So erzählen mir seit 2010 jeden einzelnen Saisonstart Leute, nun sei es so weit: Man steige wieder ab, wenn ich unverzüglich dieser, jener, oder vielleicht am besten gleich die ganze Mannschaft entlassen werden würde.

  • 2011: 3:0 Auftaktklatsche in Stuttgart: Mit der Mannschaft steigen wir ab! Der Heldt hat die Transferperiode vergeigt. Der muss weg!!
  • 2012: Am ersten Spieltag kommt Schalke nicht über ein 2:2 in Hannover hinaus: Letztes Jahr ist es noch mal gut gegangen, mit dem Heldt. Gelernt hat er nichts daraus! Weg mit dem! Den Stevens gleich mit! Und der Peters nervt auch!!
  • 2013: Drei Spiele, nur ein Punkt: Dieses Jahr sind wir fällig! Der Heldt kann nichts! Und der Keller! Null Charisma! Weg mit dem. Tönnies & Peters sowieso. Und von dem Jobst fangen wir besser gar nicht erst an. Dieses Jahr kann es nur gegen, ach was, um den Abstieg gehen!!! Und die Olle die das Bier an Büdchen 24 verkauft, ne? Weg mit der!

Und was in in dieser Saison? Drei Spiele, nur ein Punkt. Wenn jetzt nicht endlich Köpfe rollen, sind wir geliefert.

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Singt leise!

Eigentlich würde ich ja eher nicht auf die Idee kommen, ein Derby in einer BVB-Kneipe, oder ein Spiel gegen die Bayern nur mit Lederhosenträgern zusammen zu gucken. Na gut, ich hab’ mal sonntags in Köln in einer Kneipe Schalke gegen den FC gesehen, da war allerdings gerade Karneval, ich war inkognito und hab’ eh die meiste Zeit geschlafen. Aber diese Geschichte soll ein anderes Mal erzählt werden.

Bei uns in der Kneipe muss man sich eigentlich nicht davor fürchten, im falschen Trikot aufzutauchen. Ein paar Sprüche steckt man ein, aber das war es in der Regel auch schon. Trotzdem würde ich nicht auf die Idee kommen, mich da im Bayerntrikot direkt vor die Leinwand zu setzen und im Grunde ganz Schalke den Rücken zuzuwenden. Aber es gibt offenbar Leute, die da schmerzfrei sind. Ich hätte ja bei Gegentoren permanent Angst, einen Krug vor den Schädel zu bekommen. Vielleicht hatte sich der Typ am Samstag aber auch keine Gedanken gemacht.

Über seine Ausführungen zum Alonso-Wechsel habe ich mich dann aber so amüsiert, dass mich seine Anwesenheit kaum noch nerven konnte. Er fand das insgesamt zwar alles komisch (Kroos abgeben, Alonso holen), aber nun sei ja alles toll und der Neue spiele ja auch direkt. Aha. Gerade in dem Augenblick, als Sky im Vergleich Kroos’ relativ große Torgefahr gegenüber der Alonsos hervorhob, betonte der bayrische Gast, wie krass torgefährlich der Spanier doch sei. Perfekt.

Vielleicht meinte er aber auch die Gefahr für das eigene Tor. Was für ein Prophet. Auch toll waren die beiden Damen, die sich über die Lautstärke während des Spiels beschwerten. Eine Leinwand anzubrüllen mag zwar auf Außenstehende etwas seltsam wirken, ist aber doch wirklich völlig normal. Irgendwo muss man ja hin mit den Emotionen, wenn man dem Bayern schon keinen Krug über den Schädel donnern kann. Weswegen man allerdings ein Fernsehbild besingt, erschließt sich nicht einmal mir. “Auf geht’s, Schalke schießt ein Toooooor, schießt ein Tooooooooooooooooooor, schießt ein Toooooooooooohoohoooooor!“. Ja, das hoffe ich auch inständig, aber die Leinwand ansingen? Ich weiß ja nicht.

Vielleicht hat ja aber genau das bei Höwedes’ Traumtor geholfen. Dann hätte der Nachbartisch ruhig noch ein bisschen mehr singen dürfen. Den beiden Damen zuliebe ein bisschen leiser.

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