Ausbeute

Am letzten Spieltag konnte Schalke durch einen vielleicht etwas holprigen Sieg den vierten Platz, und damit das gesteckte Saisonziel über die Ziellinie retten. Wobei man eigentlich davon ausgehen muss, dass das Ziel zu Saisonbeginn ein anderes war. Sicher hatte man vielmehr die direkte Qualifikation zur Champions League im Blick, was aber nach andauernder Schwächephase zum Ende des letzten Kalenderjahres korrigiert werden musste.

Nun denn: Das korrigierte Saisonziel wurde erreicht. Platz 3 hingegen wurde um stolze 11 Punkte (oder 10 Punkte & 19 Tore) verfehlt. Doch wo genau hat man diese Punkte liegen lassen? Ist der große Abstand allein der schwachen Punktausbeute vor Stevens’ Beurlaubung zuzurechnen? Oder hat man sich gegen Teams aus bestimmten Tabellenregionen per se schwer getan? Hier lag zumindest meine erste Vermutung, vor allem unter Berücksichtigung der Spiele in Düsseldorf, Augsburg und daheim gegen Fürth. Also habe ich mir mal angesehen, wie viele Punkte Schalke jeweils gegen die verschiedenen Tabellenregionen geholt hat.

Punktausbeute1

Grafik 1

Den Anfang macht eine Zweiteilung der Liga:Wie man sieht, sieht man hier noch nicht viel. Gegen die untere Tabellenhälfte hat Schalke zwar mehr Punkte geholt, als gegen die obere, allerdings ist dies wohl recht normal. Oder müsste der Unterschied gar noch größer sein? Schwer zu sagen.

Schauen wir also mal, was passiert, wenn wir die Liga dritteln:

Punktausbeute2

Grafik 2

Die Kuchenstücke Lila und hellgrün sind hier offensichtlich beinahe gleich groß. Hier zeigt sich die erste Schwäche in der Schalker Punktausbeute. Gegen das untere Tabellendrittel hat man nur vier Punkte mehr eingefahren, als gegen die Tabellenmitte. Läuft eine Saison normal, würde man doch zumindest ein einigermaßen lineares, wenn nicht sogar exponentielles Wachstum der Punktausbeute in Hinsicht auf die Abschlusstabellenregionen erwarten. Oder ist das hier zu mathematisch (oder gar völlig falsch und unmathematisch) gedacht?

Ich hab’ die Tabelle dann noch mal weiter zerstückelt.

Punktausbeute3

Grafik 3

Hier ergibt es wenig Sinn, auf den lilafarbenen Bereich zu schauen, da dort natürlich nur zwei Mannschaften enthalten sind. Schalke kann schließlich nicht gegen sich selbst spielen, auch wenn böse Zungen behaupten könnten, dies hätten sie die meiste Zeit der Saison ohnehin recht erfolgreich getan. Deutlich werden hier auf jeden Fall Schwächen gegen die Bereiche Dunkelgrün und Hellbraun. In Vereinen ausgedrückt sind Dunkelgrün Nürnberg und besonders Stuttgart, gegen die man überhaupt nicht punkten konnte. Gegen Wolfsburg hingegen, die ebenfalls in dieser Gruppen enthalten sind, hat man die volle Ausbeute erzielt. Hellbraun steht oben für die beiden Absteiger Düsseldorf und Fürth sowie Hoffenheim, die den Relegationsplatz belegen. In sechs Spielen konnten gegen diese Teams nur 10 von 18 möglichen Punkten eingefahren werden. Zu wenig. Liegt hier die direkte Qualifikation zur Champions League begraben oder ist das alles völlig daneben gegriffen?

Punktausbeute4

Grafik 4

[Anmerkung: Ich bin mit dem Endresultat "4. Platz" keineswegs unzufrieden. Vielmehr hat mich schon vor einer Weile mal interessiert, wie man die Punktausbeute ein wenig nach Tabellenregionen aufschlüsseln kann. Falls irgendein kluger Statistiker Ideen hat, wie man das besser machen kann, nur zu. Und wenn irgendjemand Lust hat, ähnliches bei seinem Verein durchzuführen, kann man ja vielleicht doch das ein oder andere Muster entdecken.]


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Endspiel

Alle echten Fußballfans sind nun enttäuscht: Der FC Schalke 04 besiegt den SC Freiburg und wahrt sich so seine Chancen auf eine Königsklassenteilnahme in der kommenden Saison. Die Art und Weise ist dabei im Grunde egal. Wenn man eine Saison voller Höhen und Tiefen, gerade in spielerischer Hinsicht, hinter sich hat, dann hat man in einem Endspiel verdammt nochmal zielführend zu spielen.

Zu häufig konnte sich das Team von Stevens/Keller nicht auf seine Kreativität im Angriffsspiel verlassen, als dass es clever gewesen wäre, gegen eine Mannschaft wie den Sportclub irgendwelche Wunderdinge zu versuchen. Zu häufig wurde man in der abgelaufenen Saison ausgekontert, als das es klug gewesen wäre, sich durch zu viel Offensivdrang ins offene Messer zu werfen.

Vor dem Hintergrund, nicht gezwungenermaßen einen Dreier einfahren zu müssen, hat Schalke dieses Endspiel richtig angegangen. Da die Schalker Defensive dennoch nicht immer den besten Eindruck machte, hätte diese Taktik natürlich auch schief gehen können. Allerdings blieb das, was gefühlt diese Saison zu häufig passierte, dieses mal aus: Nicht jeder Schuss auf das Tor der Knappen führte zum Torerfolg.

Demgegenüber machte die Freiburger Abwehr allerdings auch nicht den Eindruck, Champions League – Niveau zu besitzen: Im Eins-gegen-Eins wird Julian Draxler der Weg Richtung Strafraum freigemacht, sodass dieser recht unbedrängt abschließen kann, und eine harmlose Hereingabe Jermaine Jones’ wird, anstatt sie ins Toraus rollen zu lassen, per sehenswerter Kombination im eigenen Netz versenkt.

Somit hat sich am Samstag die erfahrenere Mannschaft den Qualifikationsplatz gesichert, was natürlich noch lange keine Garantie auf die Champions League – Teilnahme ist. Das durften mehrere deutsche Vereine schon schmerzlich erfahren.

Die Freiburger hingegen haben mit der Europa League – Teilnahme Planungssicherheit. Und denke ich an die Auftritte der vermeintlichen Underdogs aus Hannover auf dieser Bühne zurück, dann könnte das ein großer Spaß werden. Auch für die echten Fußballfans.


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Steile These (49) mit @EdwardSimoni

Echte Fußball-Fans drücken am Samstag Freiburg die Daumen.“, findet die BravoSport SportBild

 

So steht es seit Jahrmillionen geschrieben: Dem Underdog fliegen die Sympathien zu. Aber so ein Satz ist schon okay,  wenn man in erster Linie kein Fußball-Fan, sondern Schalker ist. Außerdem lässt sich wohl daran, dass Freiburg das Team der Saison ist, kaum was rütteln. Die Europa League sollte den Breisgauern aber doch wirklich reichen, finde ich. Wobei diese Spiele am Donnerstagabend wirklich unangenehm sind. Naja.

 

Ein Dank geht an EdwardSimoni für die lustige Entdeckung. Vielleicht erklärt er noch einmal genau, wie ihm eine SportBild in die Hände geraten konnte. ;-)

Liebe Schalker, hiermit ist es @-offiziell: ihr seid leider keine echten Fußball-Fans. Sorry. http://t.co/ZI3UBHYPEg


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Nebensache

Neulich war ich im Onlineshop eines großen deutschen Sportartikelherstellers unterwegs, weil ich einen ganz bestimmten Fußball suchte. Zielsicher steuerte ich natürlich die Sparte “Fußball” an, um direkt zu stutzen: Kleidung? Schuhe? Accessoires? Wo verdammt sind die Bälle?

Schaut man in der deutschen Wikipedia nach dem Begriff Accessoire, wird man zuallererst auf seinen Ursprung in dem französischen Adjektiv accesoire (=zusätzlich, nebensächlich) hingewiesen. Weiter wird beschrieben, dass es sich bei einem Accessoire um ein nicht zwingend notwendiges Zubehörteil handelt.

Das dürfte nun die wenigsten überrascht haben. Trotz seiner fremden Herkunft hat sich der Begriff weit genug in unserem allgemeinen Sprachgebrauch etabliert. Und das ist nun wirklich weniger ungewöhnlich, als das es vielmehr die Regel ist. Schließlich fragt sich auch niemand, was um Himmels Willen eine Garage ist.

Jetzt muss ich wohl niemandem mehr verraten, in welcher Sparte dort im Shop die Fußbälle gelistet waren. Erstaunlich. Bis kürzlich war ich davon ausgegangen, dass der Ball die elementare Grundvoraussetzung zum Fußballspielen sei. Man braucht kein Trikot, man braucht nicht zwingend Fußballschuhe. Nichtmal ein echtes Tor oder einen Gegenspieler benötigt man, um mit dem Fußballspielen anzufangen, wie man schon bei Kindern beobachten kann. Da reichen zwei Stöcke als Tor, oder eine Garagentor (Guten Morgen, liebe Nachbarn!), oder eine Wand. Oder der Ball wird einfach nur jongliert. Wenn man ehrlich ist, benötigt man nicht einmal einen richtigen Ball. Stichwort: Coladose. Genau dort liegt doch eine der Faszinationen des Fußballs, hab’ ich bisher immer gedacht.  Zum Fußballspielen braucht man fast nichts. Fußball kann man überall spielen.

Wer teure Trikots Accessoires verkaufen will, sieht dies aber naturgemäß wohl etwas anders. Andrew Cassidy zeigt trotzdem, wie es geht.


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Mit Schalke ist es immer schön

Hach, mit Schalke ist es einfach immer schön. Am Ende einer herrlich abwechslungsreichen Saison hat sich das Team von Jens Keller ein besonderes Bonbon für die Fans, vor allem für die, die das Team auch auswärts immer tatkräftig unterstützen, überlegt.

Wie langweilig wäre es denn auch gewesen, wenn man sich mit einer stinknormalen Leistung im letzten Heimspiel vorzeitig die Königsklassen-Qualifikation-Qualifikation gesichert hätte? Sehr. Schließlich hätte so noch ein bedeutungsloses Auswärtsspiel auf dem Plan gestanden. Und sowas kann wirklich niemand gebrauchen.

Folglich ist man das Spiel gegen die Schwaben ein wenig entspannter angegangen. Man hat ja auch einen viel ruhigeren Nachmittag, wenn man seinen Gegenspieler nicht immer auf dem Schirm haben muss. Der Druck im Angriffsspiel ist schließlich auch viel geringer, wenn es völlig egal ist, wie genau ein Pass beim Mitspieler ankommt, oder ob er überhaupt ankommt. Lieber lädt man den Gegner zum fröhlichen Toreschießen ein. Man muss ja nun wirklich nicht immer mit dem Messer zwischen den Zähnen spielen. Oft herrscht in der Bundesliga ja sowieso ein viel zu verbissenes Klima.

Und siehe da: Wenn man über 90 Minuten so nett zu seinem Gegner ist, bedankt der sich artig mit einem Eigentor. Könnte am Ende noch wichtig werden, die Bude. Aber so war ja der Plan: Den engagierten Auswärts- und Allesfahrern ein packendes Saisonfinale bieten, bei dem am Ende ein klitzekleines Törchen über eine gesamte Saison entscheiden kann. Nervenkitzel ist ja doch was Feines.

Hach, mit Schalke ist es einfach immer schön.


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Steile These (48)

Wir brauchen keinen Kevin Kuranyi, wir haben Mike Hanke.“ Mike Hanke konnte schon immer gut Sprüche klopfen

 

Ein alter Hut. Kevin Kuranyi ist schon seit einer Weile wieder weg und Mike Hanke hat derweil auch ein paar Stationen in der Bundesliga hinter sich gelassen. Nun sieht es so aus, als habe er in Gladbach aktuell so viel Zukunft, wie auf dem Berger Feld vor nunmehr acht Jahren. Vielleicht wird ja im Sommer auf Schalke noch ein günstiger Stürmer gesucht…

Bei den Knappen steht seit letzten Sonntag wieder ein anderer Mann im Fokus: Klaas-Jan Huntelaar meldete sich eindrucksvoll aus seiner Verletzungspause zurück, und besiegte den HSV quasi im Alleingang.

Nun hat es heute wohl Zeichen gegeben, die auf einen echten Sturmpartner für den Holländer gegen die Borussia hindeuteten. Sky-Reporter Dirk große Schlarmann erspähte beim Training neben Huntelaar auch Teemu Pukki im orangefarbenen Leibchen, welches in der Regel auf einen Startelfeinsatz hindeutet.

Ursprünglich wurde ja sowieso immer gemutmaßt, dass Jens Keller ein System mit zwei Mittelstürmern bevorzugt. Ich bin gespannt.

#Schalke - Überraschung in der Aufstellung? #Pukki UND #Huntelaar mit Leibchen, #Höger auch.#S04 #SSNHD http://t.co/LxlaHcRvFK
@Sky_Dirk
Dirk g. Schlarmann


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Liste der (fast sicheren) Schalke-Trainer 2013/14

  • Stefan Effenberg
  • Christian Streich
  • Armin Veh
  • Thomas Tuchel
  • David Moyes
  • Roberto di Matteo
  • Jupp Heynckes
  • Morten Olsen
  • Mike Büskens
  • Miroslav Djukic
  • Jens Keller

Was sagt eigentlich Lothar Matthäus zu dem Thema?


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Freiraum für Huntelaar

Wann hat es das mal gegeben? Mit Frankfurt, Freiburg & Gladbach verlieren direkt drei Konkurrenten Schalkes um den vierten Platz, und man sogar kann Profit daraus schlagen! Da hätten sogar die bei Abwesenheit von Marco Höger durchschnittlich geholten 0,8 Punkte gereicht, um den Vorsprung auszubauen. Naja, es sollten dann aber doch die für einen Sieg üblichen drei Punkte werden. Ärgerlich bleibt nur, man hätte noch viel mehr für die Tordifferenz machen können.

Dabei hat zu Beginn alles ganz anders ausgesehen: Während die Knappen noch gemütlich in der Kabine weilten, nutzte Jansen diesen unschätzbaren Feldvorteil, um unbedrängt zur Führung einzunicken. Das war ja mal wieder ein blauweißer Raketenstart. Im Laufe des Spieles kamen allerdings nicht mehr allzu viele gefährliche Szenen der Hansestädter hinzu, sodass sich die Schalker ab der fünften Minute voll und ganz auf die Offensive konzentrieren konnten. Was sie auch taten. Oftmals scheiterten sie dabei, und das hat ja auf Schalke schon Tradition, an René Adler. (Auch, wenn ich hier ein für alle mal festhalten möchte, dass “sich anschießen lassen” keine “weltklasse Reaktion” ist, verehrte TV-Kommentatoren.) Dennoch macht der Typ gegen Schalke oftmals vieles richtig. Dass er dennoch viermal hinter sich greifen musste, ging wohl eher nicht auf seine Kappe.

So sehr, wie schon Bastos und Draxler die HSV-Defensive in Schach hielten, müssen Genesung und Aufstellung Klaas-Jan Huntelaars wie eine üble Zugabe gewirkt haben. Seitdem Raúl weg ist, konnte der Holländer sich wohl nicht mehr über so viel Freiraum freuen. Vermutlich ist er selbst in der Reha härter bedrängt worden. Das Ergebnis ist mit drei Toren und einer Vorlage bekannt.

In Bezug auf die Tabellensituation bleibt nach gestern nur ein Wermutstropfen: Als der HSV nach 66. Minuten so richtig in seine Einzelteile zerlegt war, hatte man ein Nachsehen. Sicherlich wäre da noch das ein oder andere Tor möglich gewesen, wenn man die Spielzüge nur gierig genug zu Ende gespielt hätte. Ich muss nicht sagen, wer das noch vor ein paar Wochen demonstriert hat. Was das Torverhältnis angeht, hätte man so in der Tabelle schon für ein wenig Klarheit sorgen können.

Andererseits darf sich auf Schalke natürlich niemand in Sicherheit wähnen. Wer weiß also, wofür es gut war…


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Steile These (47)

Mit Höger holte Schalke 2012/13 im Schnitt 2 BL-Punkte, ohne ihn nur 0.8 Punkte pro Spiel.” - Eurosport Quickfacts

 

Zufall oder nicht? Fakt ist: Marco Höger fehlt gegen den HSV wegen einer Gelbsperre. Fakt ist aber auch, dass es mit nur 0,8 Punkten schwer wird, den vierten Platz zu verteidigen. Den Schalkern bleibt also nichts anderes übrig, als im oben genannten Punkt gegen die Statistik zu spielen. Klingt nach einem guten Plan, würde ich sagen.


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Zwei Facetten von Kampf

Für Schalke geht es derzeit um viel. Gemeinhin spricht man von Einnahmen in Höhe von 20 Mio., die mit dem Erreichen der Champions League – Gruppenphase sicher in die Vereinskasse fließen würden, von der sportlichen Herausforderung einer solchen Aufgabe mal ganz zu schweigen. Eigentlich sollte man als Spieler doch heiß sein, in einer solchen Situation. Die Schalker belehrten mich Samstag eines besseren. Für die Frankfurter geht es aktuell auch darum, die Belohnung für vor allem eine herausragende Hinrunde einzusacken. Und das konnte man auch sehen. Jens Kellers Jungs kamen damit so überhaupt nicht klar.

Schiedsrichter Günter Perl war offenbar mit dem Vorsatz nach Frankfurt gekommen, eine eher großzügige Spielführung anzubieten, wogegen im Grunde natürlich nichts einzuwenden ist. Als Spieler checkt man das normalerweise innerhalb der ersten paar Minuten, und stellt sich dementsprechend darauf ein. Erstaunlicherweise zeigten sich die Schalker zu dieser einfachen Übung nicht in der Lage. Weil die Frankfurter nahezu jeden Zweikampf am Rande der Legalität führten – was absolut nicht als Vorwurf zu lesen ist – zogen die Schalker beinahe immer den Kürzeren. So findet man niemals Zugang zum Spiel. Im Grunde glaube ich nicht mal, dass die Jungs es nicht verstanden haben, sie können diese Spielweise einfach nicht mitgehen. Oder wollen es nicht. Warum auch immer. Jedesmal, wenn einer der Knappen versuchte, ein wenig Aggressivität im Zweikampf an den Tag zu legen, geriet dieser Versuch so dermaßen plump, dass Schiri Perl gar keine andere Wahl hatte, als zu Pfeife zu greifen. Dieses Schauspiel zog sich im Grunde über die volle Distanz.

Wer so wenig Cleverness besitzt, der kann wohl weder so ein Spiel gewinnen, noch sollte er in der Champions League spielen. Da tut es auch fast nichts zur Sache, wenn Günter Perl mit zwei, drei Entscheidungen doch ziemlich daneben lag. Klar: Den Freistoß vor dem 1:0 darf man niemals pfeifen, allerdings ist es auch kein hinnehmbarer Zustand, dass bei nahezu jeder Standardsituation der Gegner an den Ball kommt. Und natürlich muss der Linienrichter beim abgepfiffenen Tor von Pukki auf der Höhe sein, um die richtige Entscheidung zu treffen, aber dafür fehlte ihm offenbar genauso die Kondition, wie den Schalkern die nötige Durchschlagskraft, um mehr als eine Chance dieser Kategorie herauszuarbeiten.

Nach einem in jeder Hinsicht verkorksten Spiel bleiben vorerst nur Enttäuschung und Ratlosigkeit.


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